US-Drogenfahnder müssen 134.000 Dollar wegen Fake-Profils zahlen

21. Jänner 2015, 11:10
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Mitarbeiter des DEA benutzten ohne ihr Wissen Fotos einer Verurteilten für ein Lockvogel-Profil

Die US-Antidrogenbehörde DEA hat sich in einem Gerichtsstreit mit einer US-Bürgerin geeinigt, deren Fotos auf Facebook für Ermittlungen benutzt wurden. Das DEA wird 134.000 Dollar an die Frau überweisen, im Gegenzug zieht diese ihre Anklage zurück. "Wir sind glücklich, dass der Staatsanwalt erkannt hat, dass die Rechte meiner Mandantin verletzt worden waren", so der Anwalt der Frau laut Wall Street Journal.

Privatfotos benutzt

Die Klägerin war einst selbst wegen Drogenbesitzes verurteilt worden. Damals hatten Drogenfahnder die Festplatte ihres Mobiltelefons als Beweismittel kopiert. Später nutzten sie allerdings private Fotos der Frau, um ein Fake-Profil auf Facebook aufzusetzen. Dort flirteten sie mit Verdächtigen, um sie zu überführen. Die Klägerin wusste davon allerdings nichts. Zusätzlich zeigten die verwendeten Bilder auch minderjährige Verwandte der Frau.

DEA will keinen Prozess

Sie hätte wohl gute Chancen gehabt, auch durch einen richterlichen Beschluss viel Schadensersatz zugesprochen zu bekommen. Das DEA wollte sich aber offenbar einen öffentlichen Prozess ersparen. Buzzfeed hatte die Geschichte im vergangenen Oktober aufgedeckt. Facebook verurteilte daraufhin das Vorgehen der US-Beamten scharf, da keine gefälschten Profile geduldet werden. (fsc, derStandard.at, 21.2.2015)

  • Privatfotos der Angeklagten wurden ohne ihr Wissen verwendet. Als Schadensersatz bekommt sie nun 134.000 Dollar vom DEA

    Privatfotos der Angeklagten wurden ohne ihr Wissen verwendet. Als Schadensersatz bekommt sie nun 134.000 Dollar vom DEA

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