Windows 10: Was Microsoft heute Abend zeigen wird

21. Jänner 2015, 10:37
123 Postings

Fixpunkte und mögliche Überraschungen der Präsentation in der Übersicht

Was Microsoft vor einigen Monaten vom kommenden Windows 10 zeigte, war lediglich eine kleine Vorschau, die sich vor allem an Business-Nutzer richtete. Auch die bis dato veröffentlichten Vorschauversionen des Systems konzentrierten sich auf den Einsatz in einem Arbeitsumfeld. Heute, Mittwochabend, erfahren Heimanwender, was der Redmonder IT-Riese für sie in petto hat.

Neben teils schon durchgesickerten Neuerungen könnten einige große Ankündigungen für die Windows-Zukunft gemacht werden. Hier eine Übersicht über das, was Microsoft für die Zukunft des Systems in petto haben dürfte.

Startmenü und Interface

Mit Windows 10 geht das Aero-Zeitalter zu Ende. Hatte man bereits beim touchzentrierten Startscreen von Windows 8 auf flache Kacheln ("Metro") statt durchscheinender Glasleisten gesetzt, hält dieser Stil ästhetisch nun auch am Desktop Einzug. Das neue Startmenü wird die alte und von vielen zurückgewünschte Bedienlogik mit den neuen Elementen kombinieren und in einem deutlich ausgereifteren Zustand zu sehen sein, als bisher. Gleichzeitig erhalten auch Task- und Menüleisten sowie Hinweisfenster ein Redesign in flacher Optik.

Auch Fortschritte beim Ausbau der Touchoberfläche werden wohl zu sehen sein. Künftig soll das System anhand automatisch seiner Konfiguration und vorhandener Peripherie automatisch vorschlagen, den traditionellen Desktop oder die kachel-basierte Oberfläche zu verwenden.

Spartan

Ein neuer Browser aus eigenem Hause hält in Windows 10 Einzug. Unter dem Titel "Spartan" soll er Geschwindigkeit mit allerlei Cloudfunktionen (wenig überraschend über Microsofts eigene Dienste) kombinieren. Den Internet Explorer wird er allerdings – vorerst zumindest – nicht ersetzen, auch weil Microsoft den darunter liegenden Code massiv entschlackt und sich zahlreicher Abwärtskompatibilitäten zu alten Features entledigt hat.

Hatte der Konzern angeblich zuerst noch mit einem Umstieg auf Webkit oder Blink als Browser-Engine geliebäugelt, entschloss man sich letztlich, mit einer Abspaltung der Eigenentwicklung Trident zu arbeiten. Verfügbar werden soll er auf allen Windows-Plattformen, inklusive der Xbox One.

OneCore

Windows 10 soll die Trennung zwischen Geräteklassen aufheben. Statt einem System für Notebooks und PCs, dem gescheiterten ARM-Ableger Windows RT für Tablets und Windows Phone für Smartphones will man künftig eine Plattform bieten, die überall die gleiche Basis (OneCore) nutzt.

Zwar wird Windows 10 auf x86- und ARM-basierter Hardware immer noch plattformbedingt Unterschiede aufweisen, man will es aber Entwicklern stark erleichtern, ihre Software gleich für alle Geräte umzusetzen (Universal Apps) und wird diese wohl auch in einem einheitlichen Store anbieten.

Windows 10 gilt auch als letzte Hoffnung für den Konzern, sein Smartphone-Ambitionen in Fahrt zu bringen. Denn Windows Phone konnte auch nach mehreren Jahren am Markt nicht einmal annähernd an Android oder iOS aufschließen.

Office 365

Im Lichte des Universalitäts-Konzepts wird Microsoft möglicherweise auch die erste Office-Version zeigen, die gleichwohl für Desktop-, als auch Touch-User zugänglich sein soll. Die Preview-Ausgabe wird laut Informationen von Microsoft-Kennerin Mary Jo Foley im Februar veröffentlicht werden.

Cortana

Die nach der künstlichen Intelligenz aus dem "Halo"-Universum benannte Sprachassistentin Cortana wird in Windows 10 den Schritt auf den Desktop machen und ist in einer sehr unfertigen Ausführung bereits in die Technical Preview des Systems integriert. Man wird wohl die Chance nützen, um hier einige erzielte Verbesserungen vorzuführen und einen Ausblick darauf zu geben, was die digitale Helferin im fertigen Windows 10 bewerkstelligen können wird. Sie dürfte, gemeinsam mit anderen Microsoft-Diensten, tief ins System integriert werden.

Gaming

Auch Spieler will Microsoft mit Windows 10 zurückgewinnen. Vorgeführt werden könnten Neuerungen der kommenden DirectX 12-Schnittstelle und Zukunftspläne für die Xbox, die ebenfalls auf eine Windows 10-Plattform umgestellt wird. Hier ist noch wenig durchgesickert, vermutet werden aber Funktionen wie Spielestreaming und Erleichterungen für Entwickler, ihre Games gleichwohl für normale Rechner und die aktuelle Microsoft-Konsole umzusetzen. Ebenso könnte der Schleier über "Project B" gelüftet werden, bei dem es sich um eine VR-Brille handeln soll.

Neue Hardware

Erst in allerletzter Minute aufgetaucht – und daher mit großer Vorsicht zu genießen - sind auch Gerüchte über neue Hardware, die am Mittwochtermin gezeigt werden könnte. Diese, berichtet NDTV, könnte aus einem Hybriden aus Smartphone und Laptop bzw. Convertible bestehen, der auch zur Demonstration des neuen Universalitäts-Konzepts dient.

Preis und Erscheinungstermin

Zwar gab es Andeutungen aus dem Microsoft-Umfeld, dass Windows 10 schon im Sommer auf den Markt kommen könnte, als realistisch gilt jedoch weiterhin ein Launch zu Ende des dritten oder im Laufe des vierten Quartals. Die offizielle Ansage ist weiterhin, dass das System im Laufe des Jahres kommt. Microsoft könnte am Mittwochabend hier bereits konkretere Angaben machen.

Gleiches gilt für den Preis. Im Zuge des neuen Fokus, sich zu einem umfassenden Serviceanbieter zu machen – Office steht mittlerweile auch für iOS und Android bereit – wird allgemein erwartet, dass der Konzern auch sein Preismodell für Windows anpasst. So könnte es Windows 10 etwa im Abonnement, zu einem sehr geringen Fixpreis oder überhaupt kostenlos geben – wobei hier mit Unterschieden im Endkunden- und Enterprise-Segment zu rechnen ist.

Start um 18 Uhr

Die Präsentation der Windows 10 Consumer Preview unter dem Titel "The Next Chapter" beginnt um 18 Uhr (MEZ) und kann per Livestream verfolgt werden. (gpi, derStandard.at, 21.01.2015)

  • Im Dezember gab Microsoft seinen Investoren einen Ausblick auf Windows 10, nun richtet man den Fokus auf die Heimanwender.
    foto: reuters

    Im Dezember gab Microsoft seinen Investoren einen Ausblick auf Windows 10, nun richtet man den Fokus auf die Heimanwender.

  • Das Startmenü kehrt zurück.
    foto: microsoft

    Das Startmenü kehrt zurück.

  • Artikelbild
    foto: microsoft
Share if you care.