Facebook will Lügen und Hoaxes einen Riegel vorschieben

21. Jänner 2015, 09:40
60 Postings

Nutzer fühlen sich von absichtlichen Falschmeldungen gestört

Jeder Facebook-Nutzer kennt sie. Die Geschichten vom 5-Euro-iPad aus dem Lagerabverkauf oder Postings, mit denen man sich vermeintlich aus den Nutzungsrechten des Netzwerks ausnimmt. Hoaxes und absichtliche Falschmeldungen geistern durch das Netzwerk wie Kettenbriefe. Das will Facebook ändern. In Zukunft sollen Nutzer weniger solcher Inhalte angezeigt bekommen, wie das Unternehmen nun bekannt gab.

Nutzer sollen Hoaxes markieren

So gibt Facebook Nutzern die Möglichkeit, Postings und News als falsch zu markieren. Ähnlich funktioniert es, ein Update im Newsfeed als Spam oder unpassend zu melden. Die Option kann man aufrufen, indem man den Pfeil zum Dropdown-Menü in der rechten oberen Ecke bei einem Beitrag klickt und dort "Report post" bzw. "Beitrag melden" auswählt. Zusätzlich zu den bisherigen Optionen gibt es hier den Punkt "It's a false news story". Diese Möglichkeit besteht allerdings noch nicht für alle Nutzer und wird erst nach und nach freigeschaltet.

So erkennt Facebook die Falschmeldungen

Laut Facebook werden absichtliche Falschmeldungen und Spam doppelt so oft gemeldet wie andere Beiträge. Nutzer fühlen sich davon offenbar sehr gestört. Wer auf einen Hoax hereingefallen ist, bekommt oft viele Kommentare anderer Nutzer, die darauf hinweisen. Meist werden diese Postings dann wieder gelöscht. Ähnliche Maßnahmen hat das Unternehmen vor einigen Monaten ergriffen, um weniger Clickbait-Artikel anzuzeigen.

Inhalte werden verborgen

Facebook will anderen Nutzern weniger solcher Postings anzeigen und hat die Markierung als Falschmeldung und die nachträgliche Löschung in den Newsfeed-Algorithmus aufgenommen. Links, Fotos, Videos und Statusupdates, auf die das zutrifft, werden seltener angezeigt. Facebook betont, dass solche Updates nur verborgen und nicht gelöscht werden. Postings, die von besonders vielen Nutzern gemeldet wurden, sollen zudem mit einer Warnmeldung versehen werden.

Was passiert mit Satireseiten?

Links auf populäre Seiten wie "Die Tagespresse" oder "Der Postillon", die ebenfalls absichtliche Falschmeldungen als Satire veröffentlichen, sollen laut Facebook nicht betroffen sein. Das Unternehmen habe in Tests festgestellt, dass Nutzer satirische oder lustige Inhalte, nicht melden.

Dass diese neue Möglichkeit etwa gegen politische Gegner oder Konkurrenzunternehmen missbraucht wird, kann das Netzwerk aber wohl nicht verhindern. Denn Facebook betont, dass es selbst die Echtheit der Inhalte nicht überprüft. (br, derStandard.at, 21.1.2015)

  • Nutzer auf Facebook mit Falschmeldungen reinzulegen, wird ab sofort schwieriger.
    foto: facebook

    Nutzer auf Facebook mit Falschmeldungen reinzulegen, wird ab sofort schwieriger.

  • Entsprechende Beiträge muss man selbst melden. Diese Möglichkeit gibt es derzeit allerdings noch nicht für alle Nutzer.
    foto: facebook

    Entsprechende Beiträge muss man selbst melden. Diese Möglichkeit gibt es derzeit allerdings noch nicht für alle Nutzer.

Share if you care.