Chile schafft Wahlrecht aus Pinochet-Ära ab

20. Jänner 2015, 22:09
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"Antidemokratischste Überreste beendet" - Konservative Opposition will dagegen klagen

Santiago de Chile - Ein Vierteljahrhundert nach der Rückkehr zur Demokratie schafft Chile das Wahlrecht aus Zeiten der Militärdiktatur von Augusto Pinochet ab. Die Abgeordnetenkammer in Valparaíso billigte am Dienstag eine entsprechende Wahlrechtsreform.

"Damit beenden wir einen der antidemokratischsten Überreste der Diktatur, der die Realität des Landes verfälscht hat", sagte der Abgeordnete Sergio Aguiló. Die konservative Opposition will gegen die Reform vor dem Verfassungsgericht klagen.

Durch den unproportionalen Zuschnitt von Wahlkreisen bevorzugte das bisherige System die konservativen Regionen des Landes. Die Wahlkreise werden nun neu festgelegt und die Zahl der Abgeordneten erhöht. Das neue Wahlrecht sieht zudem vor, dass mindestens 40 Prozent der Kandidaten Frauen sein müssen. Präsidentin Michelle Bachelet kündigte für dieses Jahr außerdem eine Reform der Verfassung an, die ebenfalls noch aus Zeiten der Diktatur (1973 - 1990) stammt. (APA, 20.1.2015)

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