Erstmals Löwen-Embryos aus Keimzellbank gezüchtet

25. Jänner 2015, 16:12
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Vor zwei Jahren gestorbener Afrikanischer Löwe könnte wieder Vater werden

Berlin - Deutschen Forschern ist es erstmals gelungen, durch künstliche Reifung der Eizellen einer Afrikanischen Löwin und Injektion von wieder aufgetauten Spermien eines vor zwei Jahren gestorbenen Löwen Embryonen zu züchten. Zur Überraschung der Wissenschafter zeigte sich, dass sich Löwenembryonen sehr viel langsamer entwickeln als vergleichbare Embryonen der Hauskatze. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachblatt "Theriogenology".

"Neu daran war, dass es erstmals gelang, diese Eizellen vor der Befruchtung in vitro reifen zu lassen", erläuterte die IZW-Biologin Jennifer Zahmel. Das Verfahren, aus sogenannten Keimzellen- oder Gametenbanken Embryonen zu züchten, sei bei Hauskatzen bereits besser erprobt, aber für Wildkatzen noch recht neu.

Relevant für Erhaltungszuchtprogramme

"Gametenbanken können zur Lösung verschiedener Probleme der Erhaltungszuchtprogramme in Zoos beitragen", sagt die Biologin. Um die genetische Vielfalt zu erhalten und Inzucht zu vermeiden, müssten Tiere derzeit aufwendig zwischen den Zoos hin und her transportiert werden.

Einfacher wäre es, Keimzellen und Embryonen auszutauschen. Sogar Spermien männlicher Löwen aus freier Wildbahn könnten am narkotisierten Tier aus den Samenleitern entnommen werden: In die Zucht eingebracht, könnten sie die Populationen auffrischen, ohne dass die Tiere in Gefangenschaft müssten. "Allerdings müssen die Verfahren zur Lagerung und zum Einfrieren der Keimzellen noch verbessert werden", so Zahmel. (APA, 25.1.2015)

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