Selbstständig nur zum Schein?

15. Februar 2015, 17:00
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Die Gewerkschaft fordert mehr Kontrollen, um Scheinselbstständigkeiten zu ahnden. Befinden Sie sich in einer derartigen Situation?

Zwei Drittel der freien Dienstverträge und rund die Hälfte der Werkverträge sind eigentlich versteckte Dienstverträge, bei denen sich die Unternehmen Sozialversicherungsbeiträge und alle Pflichten einer Festanstellung sparen, sagt die Gewerkschaft GPA. Und fordert die Krankenkassen auf, Unternehmen verstärkt zu kontrollieren und die Beiträge nachzufordern.

Keine Fixanstellung erwünscht?

Stimmt nicht, sagt der Fachverband der Unternehmensberater und IT-Dienstleister in Wien (Ubit), im Gegenteil: Wissensarbeiter wollten keine Fixanstellung und die Kriterien der Werkverträge, nach denen ein Dienstverhältnis entsteht - wie etwa Anwesenheit im Projektteam des Auftraggebers oder Benutzung der Betriebsmittel des Auftraggebers - sind veraltet und gehören schleunigst geöffnet.

In der Realität arbeiten sie jedoch nicht anders als ein Festangestellter. Durch Scheinselbständigkeit schaffen sich Unternehmer Kostenvorteile, dass keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden.

In welchem Arbeitsverhältnis befinden Sie sich?

Scheinselbständigkeit aufzudecken ist eine Aufgabe, die alle Steuerzahler angeht. Wenn in Zeitungsinseraten steht "Wir suchen zur Verstärkung für unser Team freie Mitarbeiter", dann ist das zum Beispiel eine typische Stellenanzeige, die schnell in die Scheinselbständigkeit führen kann. Das Problem der Scheinselbständigkeit betrifft vor allem Kurierfahrer, Versicherungsvertreter aber auch immer mehr Journalisten. Überall da, wo freiberuflich gearbeitet wird, ist auch vermehrt die Scheinselbständigkeit anzutreffen.

Wer hat recht? In welcher Situation sind Sie? Arbeiten Sie auf Werkvertrag und hätten gerne eine Anstellung? Oder umgekehrt? Posten Sie im Forum mit und erzählen Sie uns Ihre Erfahrungen mit aktuellen oder vergangenen Arbeitgebern! (kbau, ugc, 13.2.2015)

  • Sind Sie mit Ihrem Arbeitsverhältnis zufrieden?
    foto: dpa (oliver berg)

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