Spartan: Warum Microsoft auf Webkit verzichtet hat

20. Jänner 2015, 11:52
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Hitzige interne Debatte über Browser-Engine

Mit "Spartan" wird Microsoft dem Internet Explorer künftig einen zweiten Browser an die Seite stellen. Eingeführt wird das neue Surftool wohl mit Windows 10.

Ein interessanter Aspekt ist, dass Microsoft als Grundlage für die neue Software eine Abspaltung seiner eigenen Browser-Engine Trident verwendet. Manche Beobachter hatten erwartet, dass der IT-Riese die Gelegenheit nutzt, auf Webkit umzusteigen. Dieses bildet bereits die Basis für Apples Safari und Google Chrome, wobei bei letzterem der von Google erstellte Fork Blink genutzt wird.

Heiß umstritten

Die Entscheidung, an Trident festzuhalten, war innerhalb Microsofts "heiß umstritten", berichtet der langjährige Beobachter des Unternehmens Paul Thurrott auf Basis einer informierten Quelle. Der ursprüngliche Plan war es demnach tatsächlich, auf Trident zu verzichten, weswegen man Monate damit verbrachte, sich Webkit und Blink genauer anzusehen.

Das Endattest der Untersuchungen: Blink ist Webkit technisch überlegen, wird das auf absehbare Zeit auch bleiben und sei daher die bessere Wahl. Trotzdem verzichtete Microsoft letztlich auf einen Umstieg. Der Grund: Google.

Keine Zusammenarbeit mit Apple oder Google

Google hatte Blink einst auch dem Grund ins Leben gerufen, um Streitereien mit Apple über die Entwicklung von Apple zu entgehen und selber mehr Kontrolle auszuüben. Mit Blink kann Google die Browsergrundlage nun ganz nach eigenen Bedürfnissen anpassen. Letztlich stellte auch das Forken von Blink keine überzeugende Alternative für das Spartan-Team dar.

Entschlackung

Die Trident-Auskopplung hinter dem neuen Browser soll jedoch stark entschlackt werden – unter anderem in dem man sich einem historisch gewachsenen Wust an Abwärtskompatibilität entledigt. Eine Maßnahme von gerade zu "herkuleanischem" Ausmaß, wie Thurrott zitiert, vom Ergebnis seien die Entwickler aber selbst angenehm überrascht gewesen. (gpi, derStandard.at, 20.01.2015)

  • Das Ergebnis der Trident-Entschlackung soll die Entwickler selbst überrascht haben.
    foto: warner bros.

    Das Ergebnis der Trident-Entschlackung soll die Entwickler selbst überrascht haben.

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