Pensionen: Antrittsalter im Vorjahr merklich gestiegen

20. Jänner 2015, 07:44
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Statt mit 58,5 Jahren gingen die Österreicher 2014 mit 59 Jahren und sieben Monaten in den Ruhestand

Wien – Das Pensionsantrittsalter ist im Vorjahr zumindest auf den ersten Blick deutlich, nämlich um 13 Monate angestiegen. Statt mit 58,5 Jahren gingen die Österreicher 2014 mit 59 Jahren und sieben Monaten in den Ruhestand. Schaut man freilich nur die Alterspensionen an, ist der Anstieg mit knapp fünf Monaten (auf 61 Jahre, zwei Monate) deutlich weniger beeindruckend.

Diese Divergenz rührt daher, dass im Vorjahr die Invaliditätspension für unter 50-Jährige durch ein Reha-Geld abgelöst wurde, womit diese Gruppe aus der Pensionsstatistik fällt. Durch diesen statistischen Kniff war bereits im Vorhinein klar, dass das Antrittsalter deutlich steigen wird.

Aber auch ohne diese Besonderheit bei der I-Pension zeigt die am Montag vom Sozialministerium veröffentlichte Statistik klar an, dass die gesetzten Maßnahmen wie etwa der erschwerte Zugang zur Hacklerregelung ihre Wirkung entfalten. So gab es sowohl bei den Pensionsanträgen als auch bei den Zuerkennungen deutliche Rückgänge.

66.177 Anträge

So wurden im Vorjahr 66.177 Anträge auf eine Alterspension gestellt. Das sind 12.205 oder 15,6 Prozent weniger als 2013. Besonders stark – nämlich um gleich gut 42 Prozent – gingen die Ansuchen für die Langzeitversichertenpension, gewöhnlich Hacklerregelung genannt, zurück, was angesichts der Anhebung des Antrittsalters um zwei Jahre nicht weiter wundert.

Als Ausweichmöglichkeit besteht nun nur noch die Schwerarbeiterregelung, in deren Genuss zu kommen aber deutlich schwieriger ist, als dies bei der Hacklerregelung bis zum Vorjahr der Fall war. Tatsächlich kam es hier 2014 bei den Anträgen zu einem Plus von mehr als 100 Prozent. In absoluten Zahlen sind das aber nur knapp 1.600 Anträge auf Schwerarbeiterpension mehr. Zum Vergleich: Bei der Hacklerregelung gab es fast 11.700 Ansuchen weniger. Für Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) ist damit belegt, dass die Schwerarbeiterpension eben "keine neue Hacklerregelung wird".

Einen Mentalitätswandel erkennt das Sozialministerium bei der Invaliditätspension. Die gesammelten Anträge auf I-Pension und Reha-Geld lagen im Vorjahr bei gut 52.300 und damit 15,3 Prozent unter dem Wert von 2013.

Zuerkennungen

Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich bei den Zuerkennungen. Bei den Alterspensionen wurden gut 61.400 verzeichnet, auch das ist ein deutliches Minus von knapp zwölf Prozent. Immerhin noch gut 17.000 Menschen kamen in den Genuss der Hacklerregelung, was trotzdem einen Rückgang von ziemlich genau einem Drittel bedeutet. Deutlich mehr Zuerkennungen gab es bei der Schwerarbeiterregelung, ein vergleichsweise kleines Plus bei der Nachfolgerin der klassischen Frühpension, der mit relativ hohen Abschlägen versehenen sogenannten Korridorpension.

Sozialminister Hundstorfer bewertete die Entwicklung positiv und sieht sich darin bestätigt, dass man den im Regierungsprogramm vorgegebenen Pfad "ganz sicher erfüllen" könne. Bis 2018 soll ja das durchschnittliche Antrittsalter 60,1 Jahre betragen. (APA, 20.1.2015)

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