China wächst langsamer

20. Jänner 2015, 07:32
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Ziel der Regierung in Peking seit Ende der 1990er erstmals verfehlt

Peking - Das Wirtschaftswachstum in China ist im vergangenen Jahr auf 7,4 Prozent zurückgegangen. Nach Angaben des chinesischen Statistikamtes vom Dienstag in Peking wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde im vierten Quartal wie im Quartal davor nur noch um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Damit wurde das Ziel der Regierung in Peking, die ursprünglich 7,5 Prozent für das ganze Jahr angestrebt hatte, erstmals seit Ende der 1990er-Jahre knapp verfehlt. In den Jahren 2012 und 2013 waren bei gleicher Vorgabe aus Peking jeweils 7,7 Prozent Wachstum erreicht worden.

Den Exporteuren macht die globale Konjunkturflaute zu schaffen. Zudem leidet die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt unter einer schwächelnden Binnennachfrage und einem abkühlenden Immobilienmarkt. Das Wachstum der Industrieproduktion verlangsamte sich im vergangenen Jahr auf 8,3 Prozent, nachdem sie im Jahr zuvor noch 9,7 erreicht hatte. Die Anlageinvestitionen kühlten sich auch ab und legten nur um 15,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Stabilisierung im vierten Quartal

Im vierten Quartal zeichnete sich allerdings eine gewisse Stabilisierung ab. Die Wirtschaft wuchs mit 7,3 Prozent etwas stärker als von Experten erwartet. Sie blieb damit auf dem Niveau der drei Monate zuvor, als sie das schwächste Quartal seit Anfang 2009 hinlegte. Auch die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze stiegen im Dezember mit 7,9 beziehungsweise 11,9 etwas stärker als gedacht.

Es ist das langsamste Wachstum seit 1990, dem Jahr nach der blutigen Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung, als Wirtschaftssanktionen gegen China verhängt worden waren. Zahlreiche Experten rechnen nun damit, dass die kommunistische Führung ihr Wachstumsziel für 2015 auf rund sieben Prozent heruntersetzt. Zudem dürften Regierung und Notenbank zu weiteren Konjunkturhilfen greifen. (APA, 20.1.2015)

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