Kämpfe um den Flughafen Donezk: Neue Teilmobilmachung

21. Jänner 2015, 10:06
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50.000 weitere Ukrainer werden bewaffnet - Poroschenko wirbt um EU-Unterstützung und wird verfrüht aus Davos abreisen

Kiew – Der Flughafen der Rebellenhochburg Donezk ist zum "heißesten Brennpunkt" der Ostukraine geworden. Dennoch sei am Montagabend nach einem blutigen Kampftag eine "gewisse Entspannung" erkennbar geworden, berichteten russische Medien. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko verteidigte die neueste Militäroffensive gegen die Separatisten.

Die Armee habe im Krisengebiet Donbass auf Angriffe der prorussischen Aufständischen reagieren müssen, sagte der Staatschef bei einem Treffen mit der polnischen Ministerpräsidentin Ewa Kopacz in Kiew. Dennoch halte er eine politische Lösung des schweren Konflikts weiter für möglich.

Poroschenko wirbt für mehr westliche Hilfe

Später am Abend warb Poroschenko in Zürich für mehr westliche Hilfe. Er sei überzeugt, dass Europa und die Welt sicherer werden, wenn die Ukraine in ihrem Kampf gegen Russland unterstützt wird. Er sei ein Präsident des Friedens und nicht des Krieges und kämpfe für Werte wie Freiheit, Demokratie und Toleranz, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur sda.

Diese für Europa zentralen Werte seien durch den Krieg bedroht. Deshalb sei die Unterstützung so wichtig – wichtig für Europa, aber auch für die Ukraine, die sich mitten in einem Transformationsprozess befinde. Diesen Prozess, der die Ukraine an Europa heranführe, wolle Russland unterbinden, sagte Poroschenko weiter. Wegen der Kämpfe in seinem Land wird er das Treffen in Davos jedoch verfrüht verlassen.

Eskalation befürchtet

An diesem Dienstag sollen zusätzliche 50.000 Ukrainer bei einer Teilmobilmachung bewaffnet werden. Russland und die Separatisten kritisieren den Schritt scharf. Beobachter fürchten eine weitere Eskalation der Lage. Zuvor schon hatte der ukrainische Verteidigungsminister Stepan Poltorak angekündigt, dass in diesem Jahr bis zu 104.000 Ukrainer mobilisiert werden könnten.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) forderte die Konfliktparteien zu einem sofortigen Ende der Kämpfe auf. Die Lage habe sich besonders durch Kämpfe um den strategisch wichtigen Flughafen der ostukrainischen Großstadt Donezk verschlechtert, hieß es.

Zerstörter Flughafen wird verteidigt

Regierungstruppen und Separatisten beanspruchen das stark zerstörte Areal für sich. Das Militär hatte den Befehl erhalten, den seit Monaten umkämpften und weitgehend zerstörten Flughafen zu verteidigen.

Bei neuen Kämpfen in Donezk sind in der Nacht auf Mittwoch mindestens fünf Zivilisten getötet worden. 29 Menschen seien durch anhaltenden Artilleriebeschuss verletzt worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Kämpfe würden auch am Morgen noch fortdauern, der Lärm schwerer Geschütze sei zu hören. In der vergangenen Woche seien rund 300 Separatisten getötet worden, so der Berater des Innenministers, Anton Geraschtschenko, nach Agenturberichten. (APA/dpa, 20.1.2015)

  • Waffen für die ukrainische Armee: Anfang Jänner übergab Präsident Poroschenko in einer Zeremonie auf dem Armeestützpunkt Zhytomir neue Panzerfahrzeuge und  Flugzeuge.
    foto: epa/sergey dolzhenko

    Waffen für die ukrainische Armee: Anfang Jänner übergab Präsident Poroschenko in einer Zeremonie auf dem Armeestützpunkt Zhytomir neue Panzerfahrzeuge und Flugzeuge.

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