"Sicher nicht knuffig". Neue "Zeit im Bild" kam in aller Ruhe

Ansichtssache19. Jänner 2015, 17:57
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Wien – Neue Mediendesigns lösen meist keine sofortigen Begeisterungsstürme bei den Nutzern aus. So beschreiben Menschen die ersten Reaktionen auf das neue Design der Zeit im Bild, die Zugang zu Kundendienstprotokollen haben. Die öffentlich zugänglichen Kommentare nach der "Zeit im Bild" am Sonntag etwa über Twitter wirkten eher reserviert.

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Vielleicht war der eine oder andere auch nur überrascht: Dass der ORF am Design der "Zeit im Bild" arbeitet, hat der öffentlich-rechtliche Sender 2014 schon kundgetan. Noch zu Jahreswechsel war vom Start im Februar die Rede, dann wurde es ruhig. Bis Sonntag der Daten-Redakteur der "Zeit im Bild" den Relaunch am Montag und einen Beitrag dazu am Sonntagabend vertwitterte.

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foto: orf/thomas ramstorfer

Die Ruhe vor dem Start wunderte auch manchen TV-Redakteur. Laut ORF-Kommunikation war diese Ruhe durchaus beabsichtigt. Wo sollte man den Zeitpunkt massenwirksamer präsentieren als in der eigenen "Zeit im Bild", hieß es dort auf Anfrage. 1,249 Millionen Menschen sahen die "ZiB" am Sonntag im Schnitt.

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foto: orf/thomas ramstorfer

Zum Beispiel bei Wolfgang Wagner, stellvertretender Chefredakteur der Fernsehinformation und federführend bei dem Projekt Redesign. Von ihm stammt auch der Begriff der "Informationsshow", den die "Zeit im Bild" am Sonntag ausstrahlte.

Wagner ist über diese Publizität für den Begriff nicht ganz glücklich: Sein Bild von der Informationsshow sollte nur der Bildregie verdeutlichen, dass nun Bewegung in die bisher statische Kameraführung kommen muss.

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foto: orf/thomas ramstorfer

So genannte Top-Themen der Sendung werden so mit großflächigeren Bildern als bisher begleitet. Das meinte auch der Begriff "emotional", sagt Wagner. "Emotional" fiel in der Zeit im Bild am Sonntag ja praktisch in einem Atemzug mit der "Informationsshow".

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foto: orf/thomas ramstorfer

Bewegtbilder über mehrere Vidiwalls sind technisch nicht zu bewältigen. Riesen-RundumPanoramen wie in der Tagesschau am Sonntag von der Papstmesse findet Wagner übrigens nicht so nachahmenswert.

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foto: orf/thomas ramstorfer

Muss sie, schon um den Großeinsatz der Vidiwalls um das "ZiB"-Studio abzubilden. Künftig können Grafik und Regie – sieben Jahre nach Inbetriebnahme der Riesendisplays – nicht nur eine Vidiwall, sondern mehrere für eine Sendung bespielen. Die nötige Software wurde hochgerüstet.

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foto: orf/thomas ramstorfer

Wagner und_Rupert Putz, Chef des Info-Designs im ORF-Fernsehen, betonen übrigens, dass das neue Logo nicht rot, sondern Rot-Weiß-Rot ist, wie das ORF-Logo und jenes der ZiBs in ORF 1.

Der rundlich-nette, aufpoppende Schriftzug habe "ein bisschen von der Strenge aufgegeben", die Neville Brodys Logo auszeichnete, sagt Putz auf Anfrage. Aber:_"Knuffig wollten wir das Logo sicher nicht ausführen." (red, DER STANDARD, 20.1.2015)

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