Isa Genzken: Der Mensch aus dem Baumarkt

19. Jänner 2015, 17:23
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Die deutsche Künstlerin zeigt im Salzburger Museum der Moderne Skulpturen und Installationen

Salzburg - Nachdem die Arbeiten von Isa Genzken voriges Jahr in der Wiener Kunsthalle präsentiert und 2013 bereits im New Yorker Museum of Modern Art gefeiert worden waren, zeigt auch das Salzburger Haus am Mönchsberg nun erstmalig eine neue Werkgruppe der 1948 im deutschen Bad Oldesloe geborenen und in Berlin lebenden Künstlerin.

Genzken, die in den 1970ern mit aufwändig konstruierten Bodenskulpturen in Erscheinung trat, wendete sich in den folgenden zwei Dekaden vornehmlich der Gusstechnik zu: die aus Gips, Beton und Epoxidharz gefertigten Skulpturen erinnerten an Architekturelemente.

Allerdings umfasst ihr vielfältiges und vielschichtiges Werk zwischen Minimalismus und Opulenz neben Skulpturen auch Installationen, Collagen, Fotografien sowie teilweise ziemlich komische Spiel- und Experimentalfilme.

Seit 2000 konzipiert sie Werke als Ensembles und stellt diese in Assemblage-Technik her. Die Materialien, die Genzken dafür verwendet, stammen aus dem Baumarkt oder Dekorgeschäften, die Künstlerin fügt sie dann zu Dioramen zusammen, die im Anschluss mit Sprühfarben behandelt werden.

Sie wolle damit Skulpturen schaffen, "die eine Filmszene darstellen, also Modellcharakter haben, nicht Skulpturen im traditionellen Sinn, sondern in einer Bewegung der Figuren und der Perspektive".

Am Mönchsberg sind diese Arbeiten, meist verfremdete Selbstporträts, so arrangiert, dass der Besucher vom Treppenaufgang im Foyer bis zur dritten Ebene einen Parcours absolviert, der mit freistehenden Skulpturen und Bodenarbeiten beginnt.

Wie schon in früheren Arbeiten tauchen bei Genzken befreundete Kollegen auf, in Salzburg ist das etwa Hallelujah, ein Selbstporträt mit Gerhard Richter - Anfang der 1980er war sie mit ihm verheiratet.

Nicht dass die immer für Überraschungen gute, mehrfache Documenta-Teilnehmerin und Deutschlandvertreterin bei der Biennale in Venedig 2007 eine solche zusätzliche Referenz nötig hätte. (Gerhard Dorfi, DER STANDARD, 20.1.2015)

Bis 22. 2.

  • Aus Dekor und Material aus dem Baumarkt formt Isa Genzken ihre Skulpturen. Zu sehen in Salzburg.
    foto: foto: museum der moderne salzburg / rainer iglar

    Aus Dekor und Material aus dem Baumarkt formt Isa Genzken ihre Skulpturen. Zu sehen in Salzburg.

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