Überlebenskünstler: Myspace wächst dank junger User

19. Jänner 2015, 14:42
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Vorjahresvergleich zeigt starken Zulauf - Plattform erreicht in den USA 50 Millionen Menschen monatlich

Es ist eines der ältesten Social Networks im Netz und gehörte lange zu den erfolgreichsten seiner Art. 2006 verzeichnete Myspace gar mehr Zugriffe als Google. Zwei Jahre später lief Facebook langsam aber sicher dem Urgestein den Rang ab. 2011 kaufte die Werbeagentur Specific Media gemeinsam mit Justin Timberlake das im Abstieg befindliche Unternehmen. 35 Millionen Dollar wurden gezahlt, einst hatte News Corp das knapp Fünfzehnfache für die Seite hingelegt.

Nach zwischenzeitlichem Hype um die Übernahme war seitdem kaum noch etwas über Myspace zu hören. Doch, so berichtet das Wall Street Journal, dem Netzwerk geht es eigentlich recht gut. Abseits der großen Aufmerksamkeit erreicht es immer noch viele Menschen.

Deutliches Wachstum, junges Publikum

Mit 50,6 Millionen Menschen wurde die Reichweite in den USA im vergangenen November beziffert. Das ist im Vergleich mit dem Besucheraufkommen auf Facebook zwar nicht viel, deutet aber darauf hin, dass die Plattform wieder Schwung gewinnt. Die Steigerung im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres liegt bei 575 Prozent.

Auch eine andere Statistik ist interessant. Während Facebook laut verschiedener Berichte der letzten Monate für jüngeres Publikum zunehmend unattraktiver wird, zieht Myspace viele User im Alter von 17 bis 25 Jahren an. Insbesondere jene, die besonderes Interesse für Musik und Unterhaltung hegen.

Rückkehrer

Eine zweite große Zulaufgruppe sind laut Tim Vanderhook, CEO von Myspace und Specific Media, Nutzer, die schon Mitte der 2000er-Jahre einmal dabei waren und sich zwischenzeitlich verabschiedet hatten. Auch, weil es ihre Konten mit alten Fotos und anderen Inhalten dort immer noch gibt. Übermäßig aktiv seien die Rückkehrer nicht, aber schauen zumindest einmal wöchentlich oder monatlich rein.

Monetarisierung

Der Katalog an Nutzern umfasst global mehr als eine Milliarde, 465 Millionen Mailadressen sind allein in den USA registriert. Der Großteil sind freilich derzeit Karteileichen. Vanderhook hofft, deren Daten in anonymisierter Form für Werbezwecke monetarisieren zu können. Sie sollen dazu dienen, Werbung innerhalb von Onlineshops effektiver zu gestalten. Erste Experimente mit ausgewählten Werbetreibenden sind laut Vanderhook bereits sehr erfolgreich verlaufen. (gpi, derStandard.at, 19.01.2015)

  • Besonders stark wächst das Myspace-Publikum in der Altersgruppe von 17 bis 25 Jahren.
    foto: derstandard.at/pichler

    Besonders stark wächst das Myspace-Publikum in der Altersgruppe von 17 bis 25 Jahren.

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