Fatbike: Die breiten Reifen rollen weiter

20. Jänner 2015, 17:38
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Fatbikes sind keine Modeerscheinung, sondern ein Sportgerät mit großen Chancen im Tourismus

Fatbikes waren im vergangenen Jahr einer der größten Trends auf dem Fahrradmarkt. Diese sind zwar meist eher kurzlebig, doch es spricht einiges dafür, dass die wuchtigen Geländeräder mehr darstellen als ein vorübergehendes Phänomen. Der pressedienst-fahrrad nimmt das Fatbike in den Fokus und beleuchtet das Zukunftspotenzial der Volumenmonster.

Schon seit den 1980ern

Im Gegensatz zu vielen nur allzu vergänglichen Modeerscheinungen handelt es sich bei Fatbikes nicht um eine Neuentwicklung. Bis in die Achtzigerjahre reichen ihre Wurzeln zurück, und es ist fast schon etwas verwunderlich, dass sie so lange weitgehend unbeachtet durch die Winterlandschaften Nordamerikas rollen konnten.

Ihr plötzlicher weltweiter Durchbruch scheint nun die Weisheit zu bestätigen, dass nichts so mächtig ist wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Am augenfälligsten wird das beim Blick in die Kataloge der Fahrradhersteller: Fatbikes gehören inzwischen mehr und mehr zu den Schmankerln im Sortiment vieler namhafter Hersteller.

Auf breiter Basis zum Erfolg

Geboren in der klirrenden Kälte Alaskas sind Fatbikes mit ihren bis zu knapp fünf Zoll breiten Reifen wahre Winterprofis. Sie erschließen Pulverschnee für Radfahrer und verwandeln Winterlandschaften in feinstes Radterrain. Aber Fatbikes sind weit mehr als nur Spaßgeräte für den Schnee: "Der Erfolg der Breitreifenbikes liegt in ihrer Universalität begründet", sagt Felix Puello, Head of Product Management bei Haibike.

Folgerichtig wurden die Vorteile der dicken Walzen Ende der 2000er-Jahre auch für andere Terrains erkannt, denn wo sich das klassische Mountainbike mit den kaum 2,5 Zoll breiten Reifen in Sand, Kies oder Schlamm festfährt, rollt man mit dem Fatbike einfach weiter: ein überzeugendes Argument für den Einsatz als Expeditions-Reiserad.

Doch auch auf klassischen Mountainbike-Trails kann man sie ideal verwenden. "Mit einem Luftdruck zwischen 0,4 und 1 bar sind die dicken Pneus in puncto Traktion und Komfort unschlagbar", sagt Marcus Lambertz vom deutschen Reifenhersteller Schwalbe. Fatbikes würden jenseits asphaltierter Wege leichtfüßiger gehen, als ihr wuchtiges Aussehen vermuten lässt.

Ausprobieren macht Spaß

"Ein Fatbike braucht man nicht, man will es", sagt Gunnar Fehlau, Leiter des pressedienst-fahrrad und Fatbike-Fan der ersten Stunde. Der Fachjournalist beobachtet in seinem Umfeld reges Interesse, wenn er beruflich oder privat auf Breitreifen unterwegs ist. "Die dicken Räder sind natürlich Effekthascher - was den 'Ausprobieren'-Faktor wie bei kaum einer anderen Radgattung nach oben treibt." Nach Einschätzung des Experten bieten Fatbikes auch ein enormes Potential für touristische Angebote.

Dank elektrifizierter Fatbikes könne auch das sportliche Niveau der Tour selbst reguliert werden", heißt es vom US-Radhersteller Felt, der 2013 mit dem "Lebowsk-e" das erste E-Bike in dieser Kategorie präsentierte. Man müsse kein Prophet sein, um den Erfolg der Fatbikes im Radverleih bzw. Tourismus zu sehen. Über vergleichbare Spielarten für den Sommer respektive für einstige Strandmuffel braucht man jedenfalls nicht lange nachzudenken. (red, derStandard.at, 19.1.2015)

  • Die Kombination aus fetten Reifen und Zusatzantrieb sorgt für gutes Fortkommen auf jedem Terrain.
    pd-f.de/pressedienst-fahrrad/gregor bresser

    Die Kombination aus fetten Reifen und Zusatzantrieb sorgt für gutes Fortkommen auf jedem Terrain.

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