Gesundheitsversorgung in Ostukraine vor Zusammenbruch

19. Jänner 2015, 10:25
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Spitäler sind von Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten, Medikamente kommen zu spät

Im ostukrainischen Kriegsgebiet droht nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der verstärkte Ausbruch von Infektionskrankheiten wie Polio, Masern und Tuberkulose. Es fehlten Impfstoffe und andere Medikamente, sagte die WHO-Beauftragte in der Ukraine, Dorit Nitzan.

Fünf Millionen Betroffene

Für rund 32.000 HIV-Infizierte in der Region Donezk und Luhansk bestehe die Gefahr, dass sie ihre Medikamente nicht mehr erhielten und die Kontrolluntersuchungen ausfielen. Insgesamt seien 5,1 Millionen Menschen von der Krise betroffen, 1,4 Millionen seien akut gefährdet.

Die Kämpfe machten es äußerst schwer, zu den Krankenhäusern zu gelangen, sagte Nitzan. Diese seien oftmals von der Strom- und der Wasserversorgung abgeschnitten. Die Bedingungen in den Städten Luhansk und Donezk, wo viele Menschen ohne Lebensmittel von den Kämpfen eingeschlossen seien, seien besonders schlimm.

Versorgung eingestellt

Die Regierung in Kiew habe die Versorgung der von Rebellen kontrollierten Gebiete eingestellt, sagte Nitzan. Die WHO sei gebeten worden, diese Aufgaben zu übernehmen. Viele Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes, die zum Teil seit Mitte vergangenen Jahres kein Gehalt mehr bekommen hätten, seien aus dem Kampfgebiet geflohen.

In dem seit neun Monaten andauernden Konflikt zwischen der Regierung und Separatisten wurden nach Nitzans Angaben mehr als 4.800 Menschen getötet und mehr als 10.000 verletzt. (APA, derStandard.at, 19.1.2015)

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