Venezuelas Automarkt bricht um drei Viertel ein

18. Jänner 2015, 15:11
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Im Vorjahr wurden nur 23.700 Autos gekauft. Das sind 76 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor

Caracas - Die Rezession in Venezuela wird durch einen Einbruch auf dem Automobil-Markt verschärft. Wie der Branchenverband Cavenez am Samstag mitteilte, fiel die Produktion im vergangenen Jahr um 72,5 Prozent auf 19.759 Fahrzeuge, so wenige wie noch nie. Der Absatz sei im Vergleich zu 2013 um 76 Prozent auf 23.707 Autos eingebrochen.

Venezuelas Autobauer machen wie viele andere Branchen die Währungskontrollen der sozialistischen Regierung für ihre Probleme verantwortlich: Ihnen fehle es an Dollar, um wichtige Bauteile auf dem Weltmarkt kaufen zu können. Präsident Nicolas Maduro wirft den Firmen dagegen vor, die US-Währung gewinnbringend auf dem Schwarzmarkt verkaufen zu wollen.

Der offizielle Umtauschkurs liegt je nach Ware zwischen etwa sechs und 50 Bolivar für einen Dollar. Auf dem Schwarzmarkt liegt er dagegen bei etwa 175 Bolivar. Venezuela leidet unter anderem an dem vergleichsweise niedrigen Öl-Preis. Etwa 96 Prozent der Staatseinnahmen stammen aus dieser Quelle. Die Ratingagentur Moody's hat jüngst vor der Gefahr einer Staatspleite in dem OPEC-Mitgliedsland gewarnt. Maduro wirft den USA vor, sein Land durch eine Senkung des Öl-Preises in den Ruin treiben zu wollen. (APA, 18.1.2015)

  • Der venezolanische Präsident steht vor großen Aufgaben: Die Währung ist im Sturzflug, die Inflation steigt und die Exporteinnahmen aus dem Verkauf von Öl sinken.
    foto: reuters/silva

    Der venezolanische Präsident steht vor großen Aufgaben: Die Währung ist im Sturzflug, die Inflation steigt und die Exporteinnahmen aus dem Verkauf von Öl sinken.

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