Italiener verlieren die Hoffnung: 3,6 Millionen suchen keinen Job

18. Jänner 2015, 10:31
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Drei Mal so viele wie im EU-Durchschnitt

Rom - Fast acht Jahre nach Beginn der Krise verlieren die Italiener allmählich die Hoffnung auf eine Besserung der Wirtschaftslage. 3,6 Millionen arbeitslose Italiener haben darauf verzichtet, einen Job zu suchen, geht aus Angaben des Statistikamts Eurostat hervor.

Das sind 14,2 Prozent aller Arbeitskräfte und dreimal so viele wie im EU-Durchschnitt. 48 Prozent davon sind Frauen. Während die Zahl der arbeitslosen Italiener, die die Suche nach einer Beschäftigung aufgegeben haben, im Norden des Landes 6,5 Prozent beträgt, klettert sie im Süden auf 30,7 Prozent.

Rekordhoch

Die Arbeitslosigkeit in Italien ist im November auf ein Rekordhoch gestiegen. Die Arbeitslosenquote betrug im November 2014 13,4 Prozent. Das war ein Prozentpunkt mehr als im November 2013 und der höchste Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1977. 3,447 Millionen Italiener waren im November arbeitslos, das sind um 8,3 Prozent mehr als im Vergleichsmonat 2013. Gegenüber November 2013 sind um 264.000 Italiener mehr auf Arbeitssuche.

Die Jugendarbeitslosigkeit kletterte im November ebenfalls auf den Rekordwert von 43,9 Prozent, das waren um 0,6 Prozentpunkte mehr als im Oktober. 729.000 Italiener im Alter zwischen 15 und 24 Jahren seien auf Arbeitsuche, geht aus Angaben des Statistikamts Istat hervor.

Regierung setzt auf Arbeitsmarktreform

Laut Gewerkschaftsschätzungen sind neun Millionen Italiener derzeit mit Beschäftigungsproblemen konfrontiert. Die italienische Notenbank befürchtet, dass die Zahl der Arbeitslosen trotz einiger Signale des Wirtschaftsaufschwungs, die Italien nach über drei Jahren Rezession zu spüren bekommt, in diesem Jahr nicht sinken wird. Optimistischer ist die Regierung Renzi. Sie hofft auf positive Auswirkungen der im Dezember verabschiedeten Arbeitsmarktreform, die eine stärkere Flexibilität der Arbeitsverhältnisse ermöglichet. Von der Reform sollen Unternehmen profitieren, die mehr Mitarbeiter anstellen sollen. (APA, 18.1.2015)

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