Asylwerber erstochen: Tausende bei Demo in Dresden

17. Jänner 2015, 17:38
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Demonstranten kritisieren Anti-Islam-Bewegung Pegida - Kundgebung für Toleranz und Vielfalt in Mannheim

Dresden/Mannheim - Mehrere Tausend Menschen haben in Dresden eines erstochenen Asylwerbers aus Eritrea gedacht. Die Demonstranten forderten bei dem Marsch durch die Innenstadt eine rasche Aufklärung des Falls. Dabei wurde auch die Befürchtung geäußert, die Tat könne rassistisch motiviert gewesen sein.

Zudem wurde die Pegida-Bewegung ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes") kritisiert. Durch deren Aufmärsche sei Dresden zu einem "Zentrum der Fremdenfeindlichkeit" geworden, hieß es.

Die Leiche des 20-Jährigen war am Dienstag in der Früh gefunden worden. Die Polizei hatte eine Fremdeinwirkung zunächst verneint und sprach erst nach der Obduktion von einem gewaltsamen Tod durch Messerstiche.

Unterdessen demonstrierten in Mannheim Tausende Menschen für Toleranz und Vielfalt. "Mannheim sagt Ja zu den Flüchtlingen" rief Mitinitiator und Grünen-Stadtrat Gerhard Fontagnier den Teilnehmern am Samstag zu. Die Stadt sei bunt und werde es auch bleiben. Mit an der Spitze des Zuges ging Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD). Die Polizei sprach zunächst von rund 10.000 Teilnehmern, deutlich mehr als erwartet. Viele hielten Schilder in die Höhe mit Aufschriften wie "Für eine Willkommenskultur" oder "Liebe Asylanten, bitte lasst uns mit den Pegida-Deutschen nicht allein". (APA, 17.1.2014)

  • Gedenken an Khaled Idris Bahray in Dresden
    foto: ap/dpa/oliver killig

    Gedenken an Khaled Idris Bahray in Dresden

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