Mindestens vier Tote bei Protesten gegen "Charlie Hebdo" im Niger

16. Jänner 2015, 21:18
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Empörung über Mohammed-Karikaturen - Französisches Kulturzentrum angezündet

Paris/Niamey - Bei Protesten gegen die Mohammed-Karikatur der jüngsten "Charlie Hebdo"-Ausgabe sind im Niger am Freitag mindestens vier Menschen getötet worden. Mindestens 45 weitere Personen seien in Zinder, der zweitgrößten Stadt des Landes, verletzt worden. In der Stadt waren Proteste gegen die Karikatur des Propheten zuvor in Gewalt umgeschlagen, das französische Kulturzentrum ging in Flammen auf.

Bei den Todesopfern handle es sich um drei Zivilisten und einen Polizisten, bei den Verletzten um 22 Sicherheitskräfte und 23 Demonstranten. "Sie zündeten die Cafeteria, die Mediathek und Verwaltungsräume an", sagte der Direktor Kaoumi Bawa der Nachrichtenagentur AFP. Zwei Polizisten, die das Zentrum schützen sollten, versuchten demnach vergeblich, die Menge mit Warnschüssen abzuhalten.

Einem Bericht von Radio France Internationale (RFI) zufolge wurden in dem westafrikanischen Land auch drei Kirchen geplündert - eine katholische und zwei protestantische. Die Gewalt richtete sich gegen die Mohammed-Karikatur auf dem jüngsten Titelblatt des französischen Satireblattes. Die Bevölkerung des westafrikanischen Landes ist überwiegend muslimisch. (APA, 16.1.2015)

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