Gegengewichte zum Terrorismus

Kommentar der anderen16. Jänner 2015, 17:25
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Friedfertige Instrumente sind nötig

Die von der gesamten zivilisierten Welt verurteilten Terrorattentate von Paris zielten auf Meinungsfreiheit und Sicherheit - und sie hatten antisemitische Konnotationen. Als Reaktion darauf sind politische Führer aus aller Welt und die französischen Bürger in großer Einigkeit gegen den Terrorismus auf die Straße gegangen. Sie kamen zusammen und marschierten am vergangenen Wochenende, um ihren Willen kundzumachen, im Geiste der Brüderlichkeit zusammenzustehen.

Gegen die Schließung

Ich unterstütze die Erklärungen von Bundespräsident Heinz Fischer und Christoph Kardinal Schönborn zur Unterstützung des König-Abdullah-Zentrums für Dialog vollinhaltlich. (Fischer und Schönborn wandten sich am vergangenen Mittwoch gegen eine rasche Schließung des KAICIID, Anm.)

In diesen kritischen Zeiten ist das König-Abdullah-Zentrum, mit seiner Rolle, Raum für den Dialog zu schaffen und Brücken zu bauen, eines der brauchbarsten Vehikel dafür, jene notwendigen Lösungen zu ersinnen und voranzutreiben, welche die Gesellschaft im Moment benötigt.

Mit den Aktivitäten, die das Dialogzentrum in Wien und in der ganzen Welt organisiert hat, hat es sein Engagement gezeigt, den Hass, Vorurteile und Intoleranz zu überwinden.

Die einzige Antwort in einer Situation wie der unseren ist es, Bildung anzubieten, durch die Medien auf die Menschen zuzugehen und mitzuhelfen, die fragile Gesellschaft zu stärken, in der wir leben. Jüngere Generationen zu bilden, ein besseres Verständnis für das Andere anzubieten, die Social Media im Geiste der Liebe und der Wahrheit zu nützen kann eine entscheidende Maßnahme sein, den Terrorismus mit Gegengewichten auszutarieren. In Zeiten wie diesen kann das Zentrum, eine Plattform für den interreligiösen und interkulturellen Dialog, ein Instrument für Österreich, Europa und die Welt sein im Bestreben, Frieden zu schaffen.

Als Mitglied des Direktoriums seit der Gründung des König-Abdullah-Zentrums in Österreich, wo Toleranz und Pluralität seit langem hochgehalten werden, unterstütze ich die Aktivitäten des KAICIID, die alle die wichtige Rolle friedfertiger Instrumente in Zeiten des Konfliktes unterstreichen.

Die KAICIID-Konferenz im November vergangenen Jahres hat Gewalt im Namen der Religion emphatisch verurteilt. Ich bin überzeugt davon, dass wir zusätzlich zum Respekt vor den Freiheiten als Basis unserer Gesellschaften niemals Verbrechen im Namen einer Religion begehen dürfen. Denn jedes dieser Verbrechen ist ein Angriff auf die Religionen selbst. (Emmanuel Adamakis, Übersetzung aus dem Englischen: Christoph Prantner, DER STANDARD, 17.1.2015)

Emmanuel Adamakis (Jahrgang 1958) ist der Metropolit der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Frankreich (Métropole orthodoxe grecque de France) und der Repräsentant des Ökumenischen Patriarchats bei der Europäischen Union. Er sitzt im Direktorium des KAICIID.

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