Sotheby's gewinnt Streit um vermeintliches Caravaggio-Bild

16. Jänner 2015, 16:42
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Einstiger Besitzer klagte wegen fehlerhafter Expertenschätzung

London - Im Streit um die Echtheit eines Caravaggio zugeschriebenen Gemäldes hat das Auktionshaus Sotheby's am Freitag vor einem Londoner Gericht Recht bekommen. Sotheby's musste sich gegen den Vorwurf wehren, bei seiner Schätzung des als "Falschspieler" bekannten Bildes dessen wirklichen Wert verkannt und damit dem einstigen Besitzer Lancelot William Thwaytes einen Schaden in Millionenhöhe zugefügt zu haben.

Der britische Kunstexperte und Sammler Denis Mahon hatte das Gemälde bei einer Londoner Sotheby's-Versteigerung für 42.000 Pfund (55.000 Euro) erworben. Ein Jahr später erklärte Mahon während einer Party zu seinem 97. Geburtstag, das um 1595 entstandene Gemälde sei ein echter Caravaggio. Er versicherte es für zehn Millionen Pfund.

Thwaytes beschuldigte Sotheby's der Fahrlässigkeit. Seine Anwälte argumentierten, das Auktionshaus habe vor dem Verkauf des Bildes nicht genügend Experten eingeschaltet und es deshalb falsch bewertet.

Richterin: Einschätzung der Kunstexperten begründet

Die Richterin Vivien Rose sah dagegen die Schlussfolgerung der Experten als begründet an, wonach die Qualität des Bildes für einen echten Caravaggio nicht ausreiche. Nach Einschätzung der Kunstexperten hängt das Originalgemälde im Kimbell Art Museum im texanischen Fort Worth. Allerdings ist die Möglichkeit, dass Caravaggio mehr als eine Version malte, nicht ausgeschlossen.

Thwaytes erbte das Gemälde, das Familienangehörige 1962 für 140 Pfund gekauft haben sollen. Mahon starb 2011 im Alter von 100 Jahren. Das Gemälde gehört seinen Erben. Es hängt als Londoner Leihgabe im Museum des Mönchsordens von Johannis in Clerkenwell. (APA, 16.1.2015)

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