Immer schon vegan: Erfreuliches am Jahresbeginn

16. Jänner 2015, 16:32
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Katharina Seiser hat in ihrem neuen Kochbuch vegane Gerichte gesammelt, die ohne Ersatzstoffe auskommen

Am Anfang stand ein Selbstversuch: Die Journalistin, Kochbuchautorin und Bloggerin Katharina Seiser ernährte sich vor einem Jahr drei Wochen lang vegan um darüber in einem österreichischen Frauenmagazin zu berichten. Ihre täglichen Ups and Downs über Frühstück ohne Butter, Ersatzkäse und ei-losen Kuchen dokumentierte während des Versuchs auch täglich auf ihrem Blog "Esskultur.at".

Laufend beschrieb Seiser ihre Mahlzeiten, die Probleme, die bei Zubereitung und Verzehr auftraten und ihre "veganen Erkenntnisse". Der erste Tag war da noch ziemlich düster: "wenn in veganen Kochbüchern wie das Amen im Gebet die Rede davon ist, dass man keinen Unterschied zu z.B. "echtem" Käse schmecken würde – meinen die das ernst? Wie sollen sich Genussmenschen von so einem kulinarischem Humbug angesprochen fühlen? Ich empfinde das als Beleidigung meines Geschmackes."

Das Mousse aus Tofu am Tag 7 hingegen reißt zu Begeisterungsstürmen hin: "Die Konsistenz dieser Mousse ist großartig. Wahnsinnig cremig und satt.(..) der Tofugeschmack, der leichte Bohnenton, er ist weg." Der Blog ist amüsant nachzulesen und beinhaltet auch viele interessante Gedanken zum Thema "Vegan leben."

Ohne Ersatzstoffe auskommen

Die Idee zum soeben erschienenen Kochbuch "Immer schon vegan" kam Seiser schon am zweiten Tag des Selbstversuchs, wie sie im Vorwort schreibt. Denn am besten hätten ihr Gerichte geschmeckt, die eben "immer schon vegan" waren, die ohne die Ersatzstoffe wie veganes Obers, Margarine oder veganen Käse auskommen.

foto: copyright vanessa maas/branstätter verlag
Gericht aus dem Buch: Mangold mit Safran und Rosinen.

Und das wird von der Autorin hier auch wirklich konsequent umgesesetzt: 70 Gerichte aus 20 verschiedenen Ländern versammelt sie, ergänzt um ein Kapitel "Wie der Geschmack ins Essen kommt".

Gegliedert sind die Rezepte - wie in Seisers Kochbüchern aus der vegetarischen Reihe – nach Jahreszeiten, dazu gibt es ein zusätzliches Kapitel "Jederzeit". Indische Tomatensuppe, steirischer Bohnensalat, vietnamesischer Zitronengras-Tofu oder georgische Auberginenröllchen mit Walnüssen: lauter köstliche Gerichte, die keine tierischen Produkte enthalten aber auch keine Ersatzstoffe.

Das macht das in Leinen gebundene Buch zu etwas wirklich Besonderem in der Welt der veganen Kochbücher. Auch für Leute, die – so wie Seiser selbst - weder vegetarisch, noch vegan leben, aber regelmäßig an manchen Tagen "tierfrei" essen wollen, ist dies eine sehr erfreuliche Neuerscheinung gleich zu Jahresbeginn. (Petra Eder, derStandard.at, 16.1.2015)

Nachfolgend das Rezept für "Fischduft-Auberginen", einem Gericht aus Sichuan.

foto: © vanessa maas/brandstätter verlag

Fischduft-Auberginen

Zutaten für 4 Personen

2 große Tassen à ca. 250-300 ml Jasminreis (thail. Duftreis)
ca. 700 g längliche, schmale Auberginen
mind. 0,75 l Pflanzenöl zum Frittieren (z.B. Erdnussöl)
3 Frühlingszwiebeln
3-4 Knoblauchzehen
ca. 1 EL frisch geriebener Ingwer
ca. 1 EL Sojasauce
1 schwacher EL schwarzer Reisessig
2 TL Zucker Salz
1 TL Speisestärke
1,5 – 2 EL scharfe Bohnenpaste (Pixan Doubanjiang)
2 EL Reiswein

Zubereitung

1. Reis in einem Sieb waschen, mit 3 großen Tassen ungesalzenem Wasser im geschlossenen Topf aufkochen, umrühren, auf kleinster Flamme ca. 15 Minuten kochen lassen, vom Herd ziehen, mit einem Stück Küchenpapier unter dem Deckel 10 Minuten ausdampfen lassen.

2. Auberginen in ca. fingergroße Stifte schneiden (Länge ca. 8 cm. Durchmesser ca. 1,5 – 2 cm), schmale Auberginen dafür längs vierteln und dann quer halbieren oder dritteln. Dickere Auberginen quer in 2 cm dicke Scheiben scheiden, diese in Stifte.

3. Öl im Wok auf 180 Grad erhitzen. Auberginen portionsweise ca. 3-4 Minuten goldbraun, aber nicht zu weich frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen und auskühlen lassen.

4. Frühlingszwiebel putzen, das Weiß in sehr feine Ringe scheiden, das Grün in breitere Ringe und beiseitestellen. Knoblauch schälen und sehr fein hacken.

5. In einer Schüssel 150 ml Wasser mit Sojasauce, Reisessig, Zucker und gut ½ TL Salz gut verrühren. In einer zweiten kleinen Schüssel Stärke mit einigen TL kaltem Wasser glattrühren.

6. Öl aus dem Wok abgießen, Wok mit Küchenpapier auswischen. 2-3 EL vom Öl zurück in den Wok geben, auf hoher Flamme erhitzen, Frühlingszwiebelweiß, Knoblauch, Ingwer und scharfe Bohnenpaste darin unter Rühren kurz anbraten, bis es stark duftet, mit Reiswein ablöschen. Würzsauce einrühren, aufkochen, pikant abschmecken. Auberginen in die Sauce geben, sehr vorsichtig darin wenden und max. 1 Minute erhitzen. Mit der aufgelösten Stärke binden, mit Frühlingszwiebelgrün bestreuen, sofort mit dem heißen Reis servieren.

  • Katharina Seiser                       Vanessa Maas
Immer schon vegan - Traditionelle Rezepte aus aller Welt
Traditionelle vegane Rezepte aus über 20 Ländern Köstlich & abwechslungsreich Echte Lebensmittel als Zutaten, keine Imitate
ISBN 978-3-85033-856-1Brandstätter Verlag
    foto: brandstätter verlag

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