Heimsieg für Janka in Wengen-Kombi

16. Jänner 2015, 19:31
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Seit Saisonbeginn heißt die Superkombination Alpine Kombination. In Wengen ging der erste und einzige Bewerb dieser Art im aktuellen Winter über die Bühne. Carlo Janka bescherte den Schweizern einen Heimsieg. Matthias Mayer überraschte als Vierter

Es war der 14. Jänner 2005, und es war in Wengen. Erstmals wurde im Skiweltcup eine Superkombination ausgefahren. Anstatt das Ergebnis einer Abfahrt und eines Slaloms mit zwei Durchgängen zusammenzuzählen, war die Superkombi ab da ein eigener Bewerb, der an einem Tag abgehandelt wurde. Dem Slalom genügte ein Durchgang. Statt der Abfahrt konnte es auch ein Super-G sein. Die Neuerung sollte die Kombination aufwerten. Und die Stimmen zum neuen Format waren durchaus positiv. "Ein toller Bewerb. Jetzt haben die Abfahrer eine faire Chance", sagte damals etwa der Tiroler Christoph Gruber. Landsmann Benjamin Raich gewann die erste Superkombi.

Grundsätzliche Gedanken

Dieses Jahr gab es in Wengen quasi wieder eine Premiere. Wieder wurde kombiniert, die Ergebnisse eines Abfahrts- und eines Slalomlaufs zählten. Aber die Superkombi ist namentlich nicht mehr super, offiziell heißt sie seit Saisonbeginn Alpine Kombination. Das passt insofern, als viele sie nicht so super finden. Im Frühjahr soll über die Zukunft des Bewerbs nachgedacht werden.

Vincent Kriechmayr ist eher ein Befürworter der Kombi, "das liegt mir. Aber das Format gehört verändert." Es sei unfair, eine verkürzte Abfahrt, aber dann keinen verkürzten Slalom zu fahren. Wegen vorhergesagten Windes wurde von weiter unten als geplant gestartet. Nach dem ersten Teilbewerb war der Oberösterreicher Vierter. Am Ende wurde er Zwölfer hinter Romed Baumann.

Eine tolle Sache für Janka

Der Schweizer Carlo Janka gewann, nachdem er schon in der Abfahrt am schnellsten gewesen war, deutlich vor dem Franzosen Victor Muffat-Jeandet und dem Kroaten Ivica Kostelic. Für alle drei war das eine ziemlich tolle Sache. Janka siegte erstmals seit März 2011. "Das ist sehr speziell für mich", sagte der 28-Jährige. Muffat-Jeandet schaffte es mit einer starken Slalomleistung erstmals aufs Podest. Und Kostelic fuhr erstmals seit März 2013 aufs Stockerl. "Für mich ist das wie ein Sieg." Zwei 18. Plätze waren das Beste, was der 35-Jährige in diesem Winter bisher geschafft hatte. Matthias Mayer überraschte als Vierter. Ein wirklicher Freund der Kombi ist der Kärntner aber trotzdem nicht. So ein Tag sei "richtig anstrengend".

Die Kombi in Wengen war die erste und einzige dieser Art im aktuellen Winter. In einer Woche in Kitzbühel wird auch kombiniert, allerdings mit einem Super-G, der für sich selbst ebenfalls gilt, und einem anschließenden Slalomdurchgang. Marcel Hirscher wird mitmischen. Am Freitag tat er das nicht - der heutige Slalom ist viel mehr sein Metier. Weil Kjetil Jansrud im Kombi-Slalom ausschied, verteidigte Hirscher seinen 212-Punkte-Vorsprung im Weltcup. Der Norweger gilt als Favorit für die Abfahrt am Sonntag. (Birgit Riezinger, DER STANDARD, 17./18.01.2015)

  • Eine Klasse für sich: Carlo Janka.
    foto: reuters/balibouse

    Eine Klasse für sich: Carlo Janka.

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