Kurzhörspiele im Schauspielhaus: Ohren auf am Opernbuffet

16. Jänner 2015, 17:18
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Studierende am Wiener Institut für Sprachkunst (bei Robert Woelfl) präsentieren erstmals ihre Kurzhörspiele

Wien - Hörspiele finden im Äther statt, ihnen wird nur in Ausnahmefällen ein realer "Schau-Platz" zu eigen. Dann zum Beispiel, wenn ihnen Theaterhäuser Unterschlupf gewähren. Eine dieser Hörspiel-Herbergen ist das Wiener Schauspielhaus, das schon 2013 die von Andreas Jungwirth ins Leben gerufenen Ohrspiele gefeiert hat.

Am Montag werden in der Porzellangasse zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit der Universität für angewandte Kunst Kurzhörspiele präsentiert. Im Rahmen eines über zwei Semester laufenden und von Robert Woelfl geleiteten Hörspiel-Lehrgangs am Institut für Sprachkunst haben Studierende Radiominiaturen von bis zu sieben Minuten Länge entwickelt. Sie nehmen damit auch an dem von Ö1 und der Schule für Dichtung ausgelobten Wettbewerb track5 teil.

Die Hörspiele wurden zur Gänze - vom Schreiben des Textes über die Tonaufnahme und -mischung bis zum fertigen Stück - von den Studenten produziert. Diesen Prozess in seiner Vollständigkeit findet Woelfl wichtig. Alle einzelnen Schritte bedingen schließlich Inhalt und Form.

Woelfl hat sein erstes Hörspiel Brennschluss 1994 veröffentlicht. "Damals gab es von Ö1 ein Produktionsbudget von 1000 Schilling." Heute ist der Zugang zu technischen Mitteln zwar leichter, doch auch Smartphone und Laptop können die Ressourcen einer Rundfunkanstalt nicht ersetzen. "Im Vordergrund steht hier aber die Idee, nicht die technische Brillanz", so Woelfl.

Die Themen der vorgestellten Kurzhörspiele sind ganz unterschiedlich und haben sich aus dem jeweiligen Lebensumfeld der Studierenden ergeben. So geht es einmal um die Gepflogenheiten am Publikumsbuffet der Staatsoper, ein andermal um Sexualität oder - entsprechend den eigenen Lesegewohnheiten - um eine Superheldin.

Ob der Lehrgang fortgesetzt wird, ist noch unklar. Woelfl, der auch die Hörspieltage Neulengbach leitet (13.-17. Mai 2015), hätte jedenfalls schon Ideen, etwa eine Kooperation mit der Bauhaus Universität Weimar. (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 17.1.2015)

19. 1., Hörspielhaus im Schauspielhaus Wien, 20.00

  • Neugieriges Hören: Mal schauen, welche Töne, Stimmen und Klänge da herauskommen.
    foto: foto: ap photo / hmv, pa

    Neugieriges Hören: Mal schauen, welche Töne, Stimmen und Klänge da herauskommen.

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