Renault Trafic Passenger: Quasi von Melbourne nach Mösern 

16. Jänner 2015, 16:07
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Von einem großen Renault, der auf dem Weg zu den und zwischen den vier Schanzen stark an, jawohl, an Australien erinnert hat. Sportliches Nutzfahrzeug oder nützlicher Sportler, ganz nach Belieben

Australien ist die erste Assoziation. Da sollte man auch wieder einmal hin. Zwei Stufen waren es, zwei Stufen hinauf in die erste Sitzreihe im Renault Trafic Passenger dCi 140, die ersten paar Kilometer vom Laaer Berg (Renault-Zentrale) weg schnell zurückgelegt und festgestellt, diesen genialen Überblick, jawohl, den hatte man zuletzt im Campervan ab Melbourne.

Zugegeben, die Südosttangente ist nicht die Great Ocean Road, und die Westautobahn, die Wien und Innsbruck verbindet, unterscheidet sich in Nuancen vom Stuart Highway, der Port Augusta und Darwin verbindet. Im Gegensatz zum Campervan hat der Renault Trafic auch keinen Bullenfänger, hier heroben laufen einem weniger Kängurus und Kamele vors Auto als down under.

Der Van war nicht nur gleich hoch, sondern auch gleich lang, hatte aber nur eine einzige Sitzreihe, dafür eine Küche, zwei Betten und ein WC hinten drin. Aber die Zeiten haben sich geändert, mittlerweile lässt sich zumindest die zweite der drei Passenger-Sitzreihen nützen, die dritte bleibt leer, das Gepäck ist zwar auch nicht weniger geworden, geht sich aber im Kofferraum, wenn man die Hutablage abnimmt und die Koffer aufstellt, locker aus.

Der Trafic spielt sich

Ach ja, und es ist Winter, zumindest ab und zu. Auf dem Weg zu den vier Schanzen beginnt es zu schneien, dann schneit es gleich fünf Tage durch. Die Ausfahrt vom Parkplatz der Bleibe in Seefeld ist bei den Verhältnissen eine echte Herausforderung, es geht zwar ein paar Meter nur, aber doch steil bergauf. Schwächere Nachbarn haben ihre liebe Not, der Trafic, an sich ein Nutzfahrzeug (wie freilich jedes Auto) spielt sich mit seinen 140 PS, egal ob Schnauze oder Heck voran.

Auf dem Stuart Highway brettelt man eben dahin, 2700 Kilometer, zwischendurch erhebt sich der Ayers Rock oder auch Uluru, den kann man nicht befahren, man sollte ihn auch nicht begehen, er ist den Aborigines heilig. Den Uluru umrunden, das geht natürlich schon, kluge Köpfe tun das so, dass sie vor Einbruch der Dunkelheit wieder am Ausgangspunkt sind, aber es kann nicht nur kluge Köpfe geben. Wenn es am Ayers Rock dunkel wird, wird es flott und wirklich dunkel, und dann raschelt es links und rechts und überall. Aber zum Glück gibt es in Australien so gut wie kein giftiges Getier - oder?

Auch auf Hammersteigungen

In Tirol sind nur die Berge giftig. Österreichs Skispringer beziehen neuerdings nach der ersten und bis zur dritten Schanze in Mösern Quartier. Mösern hat den Vorteil, dass es von Seefeld nur wenige Kilometer entfernt ist, aber den Nachteil, dass die wenigen Kilometer eine Hammersteigung inkludieren. Doch auch hier, auf Schnee und/oder Eis, beißt er sich mühelos durch, der Trafic. Bleibt festzuhalten, hier und jetzt und nach der Reise, dass er viel Freude am Fahren bereitet hat. Nicht nur der Übersicht wegen. Der Campervan wäre im Vergleich letztlich eher schlecht ausgestiegen - auch wenn Australien wieder einmal angesagt wäre. (Fritz Neumann, DER STANDARD, 16.1.2015)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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Renault

  • Mag sein, der Renault Trafic, der ein Nutzfahrzeug ist (wie jedes Auto), kommt auf diesem Foto optisch etwas sportlicher  daher als in Wirklichkeit. Aber dafür fährt er sich sportlicher, als er  daherkommt.
    foto: neumann

    Mag sein, der Renault Trafic, der ein Nutzfahrzeug ist (wie jedes Auto), kommt auf diesem Foto optisch etwas sportlicher daher als in Wirklichkeit. Aber dafür fährt er sich sportlicher, als er daherkommt.

  • Eine Rodel und einen Bob schluckt der Kofferraum wie nichts. Ohne Hutablage  gehen sich auch mehrere Gepäckstücke ganz locker aus.
    foto: neumann

    Eine Rodel und einen Bob schluckt der Kofferraum wie nichts. Ohne Hutablage gehen sich auch mehrere Gepäckstücke ganz locker aus.

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