Bulgarien strebt nach Euro-Einführung

16. Jänner 2015, 12:55
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Acht Jahre nach dem EU-Beitritt will das ärmste Land in der EU erste Schritte zur Einführung der Gemeinschaftswährung setzen

Sofia - In Bulgarien war der Euro lange Zeit kein Thema. Das Land werde den Euro einführen, allerdings nicht um jeden Preis, lautete das Credo in Sofia lange. Jetzt will sich das Land im Südosten Europas allmählich an die Gemeinschaftswährung herantasten.

Acht Jahre nach dem EU-Beitritt will das ärmste EU-Land Bulgarien erste Schritte zur Einführung des Euro unternehmen. Die seit November 2014 amtierende Mitte-Rechts-Koalition möchte bald Gespräche mit den Regierungen der 19 Euro-Staaten über einen Beitritt Bulgariens zur Eurozone aufnehmen, sagte Finanzminister Wladislaw Goranow nach Zeitungsberichten vom Freitag. Die Äußerung fiel in Litauen zum Abschluss der Euro-Einführung in diesem baltischen Staat. Einen festen Termin für den Beitritt zur Eurozone nannte der Minister nicht. Bulgarien hatte die seit 2009 angestrebte Einführung des Euro wegen der Krise in der Eurozone auf unbestimmte Zeit aufgeschoben.

Erst am Vortag hatte der neue rumänische Präsident Klaus Iohannis überraschend einen möglichen Beitritt seines Landes zur Eurozone angesprochen. "Das entspricht einem Wunsch Rumäniens und der Rumänen", sagte Iohannis in Brüssel nach einem Besuch bei EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, nannte aber keine Details.

Positive Effekte erwartet

"Der Übergang zum Euro wird sich wirtschaftlich positiv auf Bulgarien auswirken", sagte Goranow. Bulgarien könnte noch während der vierjährigen Amtszeit der jetzigen Regierung zum Wechselkursmechanismus 2 (WKM 2) - dem sogenannten Warteraum zum Euro - beitreten. Zu den Kriterien zur Einführung des Euro gehört eine reibungslose Teilnahme am WKM 2 über mindestens zwei Jahre.

In den EU-Verträgen sind weitere Regeln festgehalten, die Euro-Kandidaten einhalten müssen. So dürfen Schulden und Neuverschuldung bestimmte Marken nicht überschreiten, und die Inflationsrate darf nicht ausufern. Die Europäische Zentralbank (EZB), die Nicht-Euroländer jährliche auf ihre Euroreife abklopft, hatte im Sommer eine "auf die Gewährleistung gesamtwirtschaftlicher Stabilität, einschließlich dauerhafter Preisstabilität, ausgerichteten Wirtschaftspolitik" angemahnt. Außerdem kritisierte sie, dass das bulgarische Recht nicht alle Anforderungen an die Unabhängigkeit der Zentralbank erfülle.

Die bulgarische Nationalwährung Lew ist seit der Einführung der Gemeinschaftswährung in der EU zum Euro fixiert - 1 Lew ist gleich 0,51 Euro. (APA, 16.1.2015)

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