"Don't Smoke" will Altersgrenze für Zigarettenkauf anheben

16. Jänner 2015, 12:57
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"Werden weiter Druck machen" - Rauchverbot in Gastronomie begrüßt - Aktuelle Umfrage mit hohen Zustimmungswerten

Wien - Die Initiative "Don't Smoke", die mit ihrem an Lungenkrebs verstorbenen prominenten Proponenten Kurt Kuch den Umschwung in der politischen Meinungsbildung zugunsten eines Rauchverbots in Lokalen geschafft hat, will Druck bis zu dessen Umsetzung machen. Offen seien die Anhebung der Altersgrenze für Zigarettenkauf auf 18 Jahre und Steuererhöhungen, hieß es am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Altersgrenze anheben und Steuererhöhung

Hellmut Samonigg, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie und führender Vertreter der Initiative mit 45 beteiligten Organisationen und prominenten Fürsprechern wie Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ), die Ressortchefs Sabine Oberhauser (SPÖ), Sebastian Kurz (ÖVP) sowie Gerald Klug und Alois Stöger (beide SPÖ), sagte: "Solange das (Rauchverbot in der Gastronomie; Anm.) nicht im Parlament durch ist, werden wir Druck machen. (...) Wir werden nicht nachlassen." Die Anhebung der Altersgrenze (für Zigarettenkauf auf 18 Jahre; Anm.) müsse genauso kommen wie eine Steuerhöhung auf Zigaretten. Es gehe um ein ganzes "Paket", um das Rauchen zurückzudrängen.

Man sei vorsichtig. Insbesondere will man bei der Initiative, die im Grunde erst rund vier Monate alt ist, aufpassen, dass nicht mit einer Sonderregelung für kleine Lokale der angestrebte Nichtraucherschutz erneut durchlöchert wird. Der Onkologe: "Ich hoffe sehr, dass man nicht wieder kleine Lokale ausnimmt." Auch dort würden Menschen arbeiten und verkehren.

Eindeutiges statistische Unterfutter für alle diese Forderungen bietet eine vom Gallup-Institut in Österreich im November vergangenen Jahres durchgeführte repräsentative Umfrage unter 1.000 Personen. 35 der Österreicher bezeichnen sich als Raucher, 65 Prozent als Nichtraucher. Insgesamt 63 Prozent sind für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie (sehr: 38 Prozent, eher: 25 Prozent, 15 Prozent: gar nicht, 21 Prozent eher nicht). Gallup-Österreich-Geschäftsführer Büchelhofer: "56 Prozent der Männer und 70 Prozent der Frauen sind für ein solches Rauchverbot." Auch 26 Prozent der Raucher sprechen sich dafür aus.

Mehrheit der Österreicher dafür

Auch wenn Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) eine Anhebung der Altersgrenze für den Zigarettenkauf von 16 auf 18 Jahre bisher ablehnt, insgesamt 82 Prozent der Österreicher sind sehr oder eher dafür. "Bei den unter 30-Jährigen sind 76 Prozent für eine Altersgrenze ab 18 Jahren", erklärte der Meinungsforscher. Er selbst als Raucher habe in Deutschland kennengelernt, wie sehr sich der Raucherschutz auf die Stellung des Zigarettenkonsums in der Öffentlichkeit auswirke. Umfragen in Deutschland hätten ergeben, dass sich die Einschränkungen in der Gastronomie mit einem Minus von sieben Prozentpunkten beim Raucheranteil in der Altersgruppe unter 20 ausgewirkt hat.

Menschlich berührend die Stellungnahme von Daniela Jahn-Kuch, Schwester des Anfang Jänner verstorbenen Journalisten und Ärztin an der Abteilung für Palliativmedizin an der Grazer Klinik: "Er hat uns wahnsinnig viel Kraft gegeben. 'Wenn man mir sagt, es geht nicht mehr, schreibe ich noch fünf Bücher', hat er gesagt." Unter dem Titel "Und jetzt kämpfe ich" habe sich der an Lungenkrebs leidende Journalist auch der Anti-Rauch-Kampagne gewidmet. (APA, 16.1.2015)

  • 35 der Österreicher bezeichnen sich als Raucher, 65 Prozent als Nichtraucher.
    foto: apa/roland schlager

    35 der Österreicher bezeichnen sich als Raucher, 65 Prozent als Nichtraucher.

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    grafik: apa
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