Schlaganfallvorbeugung: Das sollten Patienten mit Vorhofflimmern wissen

16. Jänner 2015, 12:06
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Die Deutsche Herzstiftung hat einen kostenlosen Ratgeber zum Thema "Gerinnungshemmung bei Vorhofflimmern" herausgebracht

Etwa 300.000 Österreicher leiden an Vorhofflimmern. Dabei können in den Herzvorhöfen Blutgerinnsel entstehen, die vom Blutstrom mitgeschleppt Arterien verschließen und einen Schlaganfall verursachen. Allerdings ist das Risiko eines Schlaganfalls bei den einzelnen Patienten unterschiedlich hoch und muss immer überprüft werden.

Therapie nötig

"Meist ist bei Vorhofflimmern eine gerinnungshemmende Therapie mit Medikamenten notwendig", sagt Kardiologe Gerian Grönefeld von der Asklepios Klinik Barmbek in Hamburg. Durch die Gerinnungshemmung wird bei gefährdeten Patienten die Häufigkeit eines Schlaganfalls um 60 bis 70 Prozent vermindert. Deshalb sollten Betroffene ihre Medikamente wie vom Arzt verordnet konsequent einnehmen, um sich vor gefährlichen Gefäßverschlüssen, vor allem vor dem Schlaganfall, zu schützen.

Da der Umgang mit Gerinnungshemmern für viele Patienten nicht einfach ist, bietet die Deutsche Herzstiftung den Experten-Ratgeber "Gerinnungshemmung bei Vorhofflimmern" zur kostenlosen Bestellung an. Darin stellen renommierte Kardiologen leicht verständlich den aktuellen medizinischen Kenntnisstand zu Gerinnungshemmern wie Marcumar/Falithrom und den neuen Gerinnungshemmern vor: Pradaxa (Wirkstoff: Dabigatran), Xarelto (Rivaroxaban) und Eliquis (Apixaban). Der Ratgeber geht auf wichtige Aspekte wie Gerinnungskontrolle und kritische Punkte wie Nebenwirkungen, etwa Blutungsrisiken, oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ein.

Mögliche Nebenwirkungen

Alle Gerinnungshemmer - sowohl Marcumar/Falithrom als auch die neuen Medikamente - können mit Nebenwirkungen und Komplikationen verbunden sein, vor allem mit Blutungen. "Zwar wird der Nutzen der Gerinnungshemmung von einer erhöhten Neigung zu Blutungen begleitet, wozu sehr seltene Blutungen ins Gehirn gehören. Dennoch überwiegt der Nutzen, wenn man die Senkung des Schlaganfallrisikos mit dem Blutungsrisiko vergleicht, selbst bei alten Patienten über 75 Jahre", sagt Grönefeld.

Der neue Ratgeber helfe Patienten, sich über ihre Therapie zu informieren, um die für sie geeignete Therapie im Arztgespräch klären zu können. Dazu zählen Fragen wie: Sind die neuen Gerinnungshemmer wirklich ein Fortschritt? Was sind ihre Vorteile und was sind ihre Nachteile? Worin unterscheiden sich die neuen Gerinnungshemmer Pradaxa, Xarelto und Eliquis? Welche Kontrollen sind notwendig? Wie kann man das Blutungsrisiko verringern? (red, derStandard.at, 16.1.2015)

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