Ein offener Hotspot reicht aus, um Militärs und Politiker auszuspionieren

16. Jänner 2015, 11:22
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Chef der schwedischen Piraten demonstriert mangelndes Sicherheitsbewusstsein

Viel wird gerade dieser Tage über die Sicherheit von Daten und Bedrohungen durch kriminelle Organisationen und fremde Geheimdienste gesprochen. Doch was bei all diesen Diskussionen gerne übersehen wird, ist der "Faktor Mensch". Dass dieser meist die größte Gefahr für die IT-Sicherheit ist, demonstriert nun Gustav Nipe, Chef der Schwedischen Piratenpartei, eindrucksvoll - und zwar in einem durchaus sensiblen Umfeld.

Ausprobiert

Wie The Local berichtet, hat der 26-jährige am Rande einer Konferenz, bei der es um den Ausbau der Überwachung in Schweden ging, ein einfaches Experiment gestartet. Er hat einen eigenen, offenen Hotspot aufgestellt, diesen "Open Guest" genannt, und einfach mal den Internet-Traffic beobachtet. Und tatsächlich verbanden sich innerhalb kürzester Zeit rund 100 Teilnehmer mit seinem Hotspot - darunter Politiker, Journalisten, Sicherheitsexperten und Militärs.

Beispielhaft

In Folge konnte er in Ruhe beobachten, was die Betroffenen so im Internet suchen, was sie in ihren Mails schreiben, und welche Seiten sie besuchen. So waren einige der Betroffenen in aller Ruhe während ihrer Arbeitszeit auf eBay unterwegs oder haben ihre kommenden Urlaubsziele recherchiert, wie der Hacker amüsiert festhält.

Informationen

Nipe betont, es sei ihm nicht darum gegangen, einzelne Personen bloß zu stellen. Viel mehr wollte er nur zeigen, wie einfach es ist, Informationen mittels unsicherer Netzwerke zu sammeln. Auch sollte man sich nicht darauf verlassen, dass er im konkreten Fall nur relativ triviale Informationen mitgelesen hatte. Echte Angreifer hätten hier auch durchaus versuchen können, Passwörter oder Session Cookies abzufangen, um darauf basierend weitere Angriffe zu starten - oder gleich direkt die einzelnen Geräte anzugreifen. (red, derStandard.at, 16.1.2015)

  • Kostenloses WLAN: Ein Versprechen, das offenbar bereits ausreicht, um sämtliche Sicherheitsbedenken über Bord zu werfen.
    foto: eith bedford / reuters

    Kostenloses WLAN: Ein Versprechen, das offenbar bereits ausreicht, um sämtliche Sicherheitsbedenken über Bord zu werfen.

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