Alan geht nach China

16. Jänner 2015, 10:28
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Guangzhou verpflichtet Salzburger Stürmer für elf Millionen Euro – Rangnick: "Er wollte das Angebot unbedingt annehmen"

Der Aderlass bei Meister Red Bull Salzburg geht weiter. Nach Kevin Kampl verlässt mit Stürmer Alan ein weiterer Leistungsträger den Klub. Der Brasilianer wechselt mit sofortiger Wirkung zum chinesischen Serienmeister Guangzhou Evergrande. Die Chinesen bezifferten die Ablösesumme für den 25-Jährigen am Freitag auf ihrer Facebook-Seite mit 11,1 Millionen Euro.

Eine Zukunft von Alan im österreichischen Nationalteam ist nach dem Transfer kein Thema mehr. Der Brasilianer, seit 2010 in Salzburg, hätte nach fünf Jahren mit Hauptwohnsitz in Österreich Ende 2015 die Staatsbürgerschaft und die Spielgenehmigung erhalten können. Der ÖFB hatte sich zuletzt intensiv darum bemüht.

Alan war im Sommer 2010 vom brasilianischen Klub Fluminense nach Salzburg gewechselt, hat dort zwei Meistertitel und zweimal den Cup gewonnen. Neben Kapitän Jonatan Soriano war er zuletzt im Angriff gesetzt. Für den Abgang des Brasilianers haben die Salzburger aber vorgesorgt. Schon vergangene Woche verpflichteten die Bullen den elffachen Saisontorschützen Marco Djuricin von Sturm Graz.

Eine Lücke wird Alan dennoch hinterlassen. Der quirlige Angreifer hatte in 129 Pflichtspielen für die Salzburger nicht weniger als 93 Tore erzielt, 19 davon im Europacup. Guangzhou hatte den Brasilianer laut Salzburg-Angaben bereits längere Zeit beobachtet. Alan hatte den Verein zuletzt von seinen Wechselabsichten unterrichtet. Die Verhandlungen liefen laut Salzburg seit Dezember.

"Außergewöhnliches Angebot"

"In einem persönlichen Gespräch hat mir Alan mitgeteilt, dass er das außergewöhnliche Angebot von Guangzhou Evergrande unbedingt annehmen möchte", sagte Sportchef Ralf Rangnick. "Nach konstruktiven Verhandlungen mit dem chinesischen Klub konnten wir eine Einigung erzielen und haben daher dem Wechselwunsch von Alan entsprochen. Wir wünschen ihm bei seiner neuen Aufgabe alles Gute und viel Erfolg."

Bei Guangzhou ist der frühere Weltfußballer Fabio Cannavaro Trainer, sein einstiger italienischer Weltmeistertrainer Marcello Lippi ist Technischer Direktor. Der Klub aus der Zwölf-Millionen-Einwohner-Stadt, zuletzt viermal in Serie chinesischer Meister, hat große Ambitionen. Erst Anfang der Woche hatte Guangzhou für 15 Millionen Euro den brasilianischen Offensivspieler Ricardo Goulart von Cruzeiro Belo Horizonte verpflichtet. Mit Alan sei das Einkaufsprogramm nun aber abgeschlossen.

Hütter muss umstellen

In Salzburg kommt neben Djuricin auch der Ex-Rapidler Marcel Sabitzer für den vakanten Sturmplatz neben Soriano infrage. Allerdings muss Trainer Adi Hütter auch auf dem Flügel einen Ersatz für den zu Borussia Dortmund abgewanderten Kampl finden. Weitere Alternativen sind der vom Zweitligisten Liefering hochgezogene Brasilianer Felipe Pires und der neue Japaner Takumi Minamino.

Kommende Woche fliegen die Salzburger auf Trainingslager nach Doha. Nach dem Ligaauftakt am 15. Februar in Wiener Neustadt geht es für den Tabellenführer in der ersten K.-o.-Runde der Europa League gegen den spanischen Spitzenklub Villarreal (19. und 26. Februar), unter den aktuellen Umständen keine einfach Aufgabe. Mit den Verkäufen von Sadio Mane (um kolportierte 15 Millionen Euro zu Southampton), Kampl (zwölf Millionen Euro kolportiert) und Alan hat Red Bull im vergangenen halben Jahr aber gut verdient. (APA, 16.1.2015)

  • Alan lässt Österreich hinter sich.
    foto: ap

    Alan lässt Österreich hinter sich.

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