Freigelassene italienische Geiseln aus Syrien zurückgekehrt

16. Jänner 2015, 06:52
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Al-Nusra-Front hatte Krankenpflegerinnen mehr als sechs Monate in ihrer Gewalt

Rom - Nachdem zwei aus syrischer Geiselhaft freigelassene italienische Mitarbeiterinnen einer Hilfsorganisation in Rom gelandet sind, ist in Italien ein politischer Streit über eine mögliche Lösegeldzahlung für die beiden Frauen ausgebrochen. Laut dem Fernsehsender von Dubai, Al Aan, hat Italien zwölf Millionen Dollar (zehn Millionen Euro) für die Freilassung der Helferinnen gezahlt.

Das italienische Außenministerium kommentierte die Gerüchte nicht. Der Chef der rechtskonservativen Oppositionspartei Lega Nord, Matteo Salvini, will im Parlament eine Anfrage einbringen, um zu ergründen, ob Lösegeld für die Helferinnen Greta Ramelli und Vanessa Marzullo gezahlt wurde.

Lega-Kritik an Helferinnen

"Sollte Lösegeld gezahlt worden sein, muss man wissen, dass das zur Finanzierung der Kidnapper und des Terrorismus beitragen wird", kommentierte der Vizepräsident des Senats und Lega-Spitzenpolitiker Roberto Calderoli. Er kritisierte auch die beiden jungen Helferinnen, die mit einer humanitären Organisation nach Syrien gereist und dort im Juli entführt worden waren. "Wer in seinem jugendlichen Enthusiasmus helfen will, kann es auch zu Hause tun, indem er den vielen hilfsbedürftigen Senioren und Kindern hilft."

"Man muss ergründen, ob Lösegeld gezahlt worden ist, das jene Terroristen finanziert, die den Tod nach Europa bringen. Die Regierung muss Klarheit schaffen", forderte die ehemalige Bildungsministerin Maria Stella Gelmini, Parlamentarierin der konservativen Oppositionspartei Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi.

Al-Nusra-Front bekannte sich zu Entführung

Die beiden Helferinnen waren in der Nacht auf Freitag auf einem Militärflughafen nahe Rom eingetroffen. Dort wurden sie von Außenminister Paolo Gentiloni begrüßt. Die Frauen im Alter von 20 und 21 Jahren wurden rasch in das Flughafengebäude gebracht und sollten zunächst medizinisch untersucht werden. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Ende Juli nahe Aleppo verschleppten Frauen wieder in Freiheit sind. Über die Umstände ihrer Freilassung gab es zunächst keine Informationen. Die italienischen Behörden leiteten Ermittlungen zu der Entführung ein.

Nach der Entführung hatte sich die radikalislamische Al-Nusra-Front zu der Tat bekannt. Die Gruppe ist ein Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Im Dezember war ein offenbar mehrere Wochen zuvor aufgenommenes Video aufgetaucht, in dem die Frauen in schwarzen Kleidern und mit Kopftüchern zu sehen waren. Eine von ihnen rief ihre Regierung auf, sie vor Weihnachten nach Hause zu holen. (APA, 15.1.2015)

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