Skandale, Dramen, Comebacks und Heldensagen

Ansichtssache28. Jänner 2015, 12:11
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Das waren die Gesprächsthemen der NFL-Saison 2014/15. Ein Überblick in Bildern

Mit der Super Bowl XLIX rückt der traditionelle Schluss- und Höhepunkt der National Football League heran. Nach fünf Monaten harter Saisonarbeit befinden sich bis auf zwei Teams alle anderen im wohlverdienten Urlaub, um ihre geschundenen Körper für die Vorbereitung, die Off-Season, auf die nächste Saison zu regenerieren. Wenn am 1. Februar entweder die Seattle Seahawks oder die New England Patriots die Vince Lombardi Trophy, die begehrteste Trophäe im Eierlaberl-Sport, in den Nachthimmel von Arizona stemmen, beginnt allerdings auch die Dürreperiode für Fans des Sports.

Bis dahin kann die Neigungsgruppe Touchdown noch jede Menge Football-Berichterstattung konsumieren. Es ist also auch an der Zeit, die besten, verrücktesten und dramatischsten Momente und Phasen der bisherigen Saison nochmals Bild für Bild zu durchleben.

Die NFL-Saison 2014 in Bildern:

foto: ap/semansky

Week 1: NFL-Start mit Nebengeräuschen

Die nordamerikanische Football-Profiliga startet denkbar schlecht in die Saison. Mehrere Skandale um häusliche Gewalt erschüttern die NFL. Ray Rice wird wegen körperlicher Angriffe gegen seine Frau Janay Palmer von den Baltimore Ravens am 8. September entlassen.

Kurz darauf wird auch der Star-Running-Back der Minnesota Vikings, Adrian Peterson, wegen häuslicher Gewalt gegenüber seinem minderjährigen Sohn von den Vikings suspendiert. NFL-Commissioner Roger Gooddell muss bereits zu Beginn der Saison sein "Produkt" durch stürmische Gewässer navigieren.

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foto: reuters/roth

Week 5: The Benching of Geno Smith

Oops! Da ist's schon wieder geschehen. Fumbles, Interceptions, schlecht geworfene Pässe – bei Jets-Quarterback Geno Smith ist seit seiner Rookie-Saison 2013 alles dabei. In Woche fünf reicht es Coach Rex Ryan und setzt seine Nummer sieben auf die Bank. Die Nummer eins in Gestalt von Michael Vick kommt anschließend aufs Feld, kann die Zu-null-Niederlage gegen die Chargers allerdings auch nicht mehr abwenden. Die Quarterback-Position sollte in New York ein unsicheres Ding für die restliche Saison bleiben und wohl auch ihr Scherflein dazu beigetragen haben, dass Rex Ryan die Jets verlässt und 2015 die Bills in Buffalo trainieren wird.

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foto: ap/dempsey

Week 7: Peytons Rekord

Der Quarterback der Denver Broncos trägt sich mit dem Einstellen des All-Time-Touchdown-Rekords gegen die San Francisco 49ers in die Geschichtsbücher ein. Es ist einer der bemerkenswertesten Rekorde, die der ältere der Manning-Brüder hält. Er überholt den bisherigen Rekordhalter Brett Favre und hält nach diesem Abend bei 509 Career-Touchdowns.

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foto: ap/cortez

Week 12: "The Catch"

Odell Beckham Jr. zeigt hier, was er mit einer Hand bewerkstelligen kann. Nachdem er in den Wochen davor beim Aufwärmen auf Video festgehalten wurde, wie er Bälle mit einer Hand vom Himmel pflückt, bewies er auch im Spiel gegen die Cowboys, dass er gegenwärtig einer der, wenn nicht der aufregendste Rookie der NFL ist.

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foto: reuters/ludwig

Week 13: Auftritt Johnny "Football"

Der Hype, den Johnny "Football" Manziel umgibt, ist bereits legendär. Seine Karriere muss das erst werden. Im ersten nennenswerten Auftritt gegen die Bills, als er spät für den etatmäßigen, aber enttäuschenden Quarterback der Browns, Bryan Hoyer, eingewechselt wird, erläuft er bereits nach ein paar Spielzügen seinen ersten Touchdown (bei 0:45). Das Spiel geht zwar verloren, aber der Hype wird befeuert, und der Blick wird gespannt auf den ersten Start des jungen Texas-A&M-Absolventen gerichtet.

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foto: reuters/emmons

Week 13: J. J. Watt can do everything

Er hat's schon wieder getan! Houstons Defensive End J. J. Watt sorgt Woche für Woche für multiple Erdbeben in der gegnerischen Offensive. So auch in Week 13, in der er sich selbst mit Sack, Fumble Recovery und einem 14-Yard-Lauf in die Endzone ein Krönchen aufsetzt. Die Zugabe erfolgt ein paar Spielzüge später, als er auch noch einen Receiving Touchdown erzielt. Das Internet explodiert, und auf Twitter fordern Fans die große Krone: "Hand him the MVP trophy over. Right here, right now." Sein fünfter Touchdown in dieser Saison. Justin James, das war grandios.

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Week 15: Manziels Startdebüt wird zum Fiasko

Ausgerechnet gegen einen Divisionsrivalen, die Bengals, startet Johnny Manziel das erste Mal in der NFL. Vier Quarters voll schlechter Entscheidungen, zögerlicher Pässe und einiger Interceptions später werden die Browns zu Hause von den Cincinnati Bengals schließlich 0:30 gedemütigt. Der Traum vom erlösenden Franchise-Quarterback erhält einen gewaltigen Dämpfer.

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Week 17: Das Wadl von Green Bay und Ndamukong Suh

Nachdem sich Packers-Quarterback Aaron Rodgers bereits in Week 15 gegen Tampa an seiner Wade verletzt, legt Ndamukong Suh, Defensive Tackle der Detroit Lions, nach und steigt Rodgers nochmal auf seine lädierte Wade. Es folgen zahlreiche kontroversielle Aussagen und viel mediales Ballyhoo, ob es nun Absicht war oder nicht. Eine gegen Suh zunächst ausgesprochene Sperre von einem Spiel wird letztlich wieder zurückgenommen, doch auch das hilft den Lions im Wildcard-Game gegen Dallas nichts. Die Affäre ist auch in den Tagen und Wochen danach von Bedeutung, da im Kampf um die NFC-Championship Kleinigkeiten reichen, um das Spiel zu beeinflussen.

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foto: reuters/humphreys

AFC Divisional Playoff: Denver – Indianapolis

Ein angeschlagener Manning (Oberschenkel) und dessen Broncos scheiden ausgerechnet gegen "sein" ehemaliges Team, die Indianapolis Colts, im Viertelfinale aus. Obacht: Es ist nicht nur ein weiteres verlorenes Playoff-Game, es könnte das Ende einer Ära, namentlich der von Peyton Manning, sein. Headcoach weg, Offensive Coach weg, zahlreiche Schlüsselspieler in der Free Agency: Ob sich Manning das noch ein weiteres Jahr antut? Wenn er Schluss macht, würde jedenfalls irgendetwas fehlen.

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foto: reuters/weber

NFC Divisional Playoff: Dallas – Green Bay

Dez Bryants unrühmlicher Saisonschluss- und -höhepunkt: Der zurückgenommene Catch im Playoff gegen Green Bay. Abschnitt 8.3 im Regelbuch besagt, dass während des gesamten Catch-Prozesses Ballbesitz vorliegen muss. In den Augen der Refs war das hier nicht der Fall. So endet der Spielzug zwar irgendwie schon in einem Catch, aber eben keinem NFL-Catch. Green Bay freut sich, Bryant, Dallas und Owner Jerry Jones finden sich im Tal der Tränen wieder.

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foto: ap/osentoski

AFC Championship Game: Patriots und das Deflate-Gate

Ziemlich beeindruckend und unaufgeregt konnte sich New England gegen Indianapolis mit 45:7 im heimischen Gilette-Stadium durchsetzen. Die große Aufregung kam erst danach auf, als festgestellt wurde, dass elf von zwölf der von den Patriots benutzten Bälle entgegen den Regularien nicht genug aufgeblasen waren. Was das heißt? Nun, üblicherweise freuen sich Quarterbacks mit kleineren Händen über weniger aufgeblasene Bälle, da sie so einen besseren Grip am Ball erhalten. Die NFL sieht sich das derzeit genauer an, Beobachter schreiben, dass die Höchststrafe mitunter der Verlust eines Draft-Picks sein könnte. Eines steht fest: Aus diesem Thema wird die Luft noch länger nicht draußen sein.

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foto: epa/maury

NFC Championship Game: Seattle – Green Bay

Die Football-Gemeinde erlebt ein Spiel, wie es nur alle paar Jahre vorkommt. im Century-Link-Field zu Seattle beginnen die Seahawks unterirdisch und geben den Packers jede Menge Gelegenheiten, den Deckel schon früh auf den Topf zu setzen. Dank allzu zögerlichen Playcallings verpasst das Team aus Green Bay jedoch eine frühe Entscheidung und lässt Seattle stets genug Luft zum Atmen. In einer dramatischen Schlussphase samt Overtime setzen sich Russell Wilson und die Seinigen schließlich 28:22 durch und erreichen damit ihre Back-to-back-Super-Bowl, in der sie am 1. Februar gegen die Patriots antreten.

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Black Monday – Kommen und Gehen

Das Headcoaches-Karussell macht auch in dieser Saison in der NFL halt. Rex Ryan verlässt die Jets in Richtung Buffalo, Marc Trestman muss nach einer durchwachsenen Saison seiner Bears den Platz räumen und Mike Smith wird von den Falcons vor die Türe gesetzt. Überraschenderweise entlassen auch die erfolgreichen 49ers und Broncos ihre Headcoaches. NFL-Urgestein Jim Harbaugh coacht fortan wieder College Football bei der University of Michigan, und John Fox tritt nach vier Jahren in Denver das Erbe von Marc Trestman in Chicago an.


Liebe Userinnen und User, welcher Moment wird Ihnen aus der Saison 2014 in Erinnerung bleiben? (mahr/dk, derStandard.at, 28.1.2015)

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