Klimawandel: Hohe Kosten fürs Nichtstun

Kommentar15. Jänner 2015, 17:38
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Österreich braucht kluge Investitionen

Wenn nichts getan wird, steigen die Kosten ins Unermessliche. Wenn aber zielgerichtet und möglichst früh gehandelt wird, können die finanziellen Auswirkungen in einem halbwegs überschaubaren Rahmen gehalten werden. - Dies war der Sukkus des berühmt gewordenen Klimawandel-Berichts von Nicolas Stern aus dem Jahr 2006. Darin goss Stern das Phänomen in Ziffern und bewertete, was es die Weltwirtschaft kostet, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht reduziert wird und sich die Erde immer weiter aufheizt. Stern plädierte dafür, alles zu tun, um den globalen Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius zu beschränken.

Acht Jahre später kommt man im kleinen Österreich zu ganz ähnlichen Ergebnissen: Die Kosten, die Österreichs Volkswirtschaft bis 2050 durch Klimawandel-Schäden verursacht werden, können jährlich 3,8, fünf oder 8,8 Milliarden Euro betragen - eine enorme Bandbreite.

Wir wissen, dass Österreich bisher äußerst lax mit den Anforderungen umgegangen ist, die sich aus der Erderwärmung ergeben. Diese Haltung resultierte daraus, dass alles, was unangenehm ist, von der Politik möglichst weit weggeschoben wird. Mit den Zahlen, die nun für Österreich auf dem Tisch liegen, ist diese Vogel-Strauß-Haltung hoffentlich obsolet geworden. Österreich braucht kluge Investitionen, mit denen die Schäden, die durch den Temperaturanstieg unweigerlich entstehen, abgemildert werden. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, 16.1.2015)

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