Kampf gegen den Terror: Zu viel James Bond geschaut

Kommentar15. Jänner 2015, 17:35
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Mikl-Leitners Pläne wirken eher geschüttelt als durchdacht

In Zeiten der Terrorangst versteht es die ÖVP prächtig, sich als die Sicherheitspartei des Landes zu inszenieren. Bloß wählt sie dafür höchst zweifelhafte Methoden: Um die Spezialeinheiten Cobra und Wega im "Worst Case" raschest an Ort und Stelle zu bringen, will die Innenministerin nun Hubschrauber haben. Und um die vorhandenen Maschinen des Bundesheeres alt aussehen zu lassen, ventilierten die Schwarzen die Warnung, dass das militärische Graffel bei Nacht ja flugunfähig sei und daher kaum zur Assistenz angefordert werden könne.

Offenbar bringen Johanna Mikl-Leitners Leute da etwas durcheinander. Denn unter dieser Art der Untauglichkeit leidet allenfalls der Eurofighter, für den sich einst die ÖVP starkgemacht hat. Im Gegensatz dazu knattert es bei Dunkelheit aber seit Jahrzehnten am Himmel, wenn die Heereshubschrauber von ihren Nachtflügen heimkehren, die dem regelmäßigen Training für Kriseneinsätze dienen.

Weil diese Propaganda ins Leere gelaufen ist, verlangt die Ministerin jetzt fürs Innenamt "beschusssichere" Hubschrauber – und verwechselt da wohl einiges mit dem Treiben in James-Bond-Filmen. Denn die absolute Resilienz für Helikopter gibt es im Ernstfall nicht, es sei denn, man besorgt sich Kampfhubschrauber, die bei Bedrohung aus vollen Rohren schießen. Gerade das würde bei Geiselnahmen aber als unangebracht gelten. Daher wirken Mikl-Leitners Pläne – wie bei 007 – eher geschüttelt als durchdacht. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, 16.1.2015)

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