"Können Haare Sünde sein?" auf ORF 2 und ORF 3: Von Kopf bis Hals

15. Jänner 2015, 17:27
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Elisabeth Krimbacher und Thomas Grusch fragten Trägerinnen und Träger von Kopfbedeckungen nach ihren Motiven und erhielten viele Antworten

Die Anzahl der Kopfhaare beträgt zwischen 0 und 150.000. Und diese schnöden "Hornfäden" haben es in sich. Denn Haare gelten in vielen Kulturkreisen und Religionen als verhüllenswert, da sie sexuell konnotiert sind. Das sehen bekanntlich nicht alle so eng.

Eine "Kreuz & quer"-Dokumentation von Elisabeth Krimbacher und Thomas Grusch hat Trägerinnen und Träger verschiedenen Kopfbedeckungen nach ihren Motiven und Gepflogenheiten befragt. Die ORF-Sendung ist im Internet in der TVthek noch bis nächste Woche abrufbar.

Eine junge österreichische Muslimin beispielsweise begann das Kopftuch zu tragen, um ihr Haar vor den Blicken Fremder zu schützen und damit zu signalisieren, dass sie eine stolze und ehrbare Frau ist, die ihre äußerlichen Reize einzig dem Ehemann offenbart.

Indische Sikhs wiederum schneiden ihre Haare nie – aus Respekt vor der Schöpfung. Die göttliche Natur habe nun einmal verfügt, dass Haare wachsen. Dem trägt der männliche Sikh Rechnung, indem er das lange Haar kunstvoll zu einem Knoten bindet und diesen dann mit einem Turban sichert und verhüllt.

Die christliche Ordensschwester trägt ihren Habit als Zeichen der Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft. Die Haare werden lediglich bedeckt, nicht verhüllt. Der Schleier symbolisiert die Gnade Gottes, unter der die Ordensfrau steht.

Orthodoxe Jüdinnen tragen nach der Eheschließung Perücken. Das wäre aber gar nicht nötig. Denn nach der Erklärung von Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg ist im Judentum der Mann der Kopf, die Frau hingegen nur der Hals, der den Kopf bewegt. Echt jetzt? (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 16.1.2015)

  • Die Großeltern der Familie Bajwa.
    foto: orf/tausend rosen/matthias tschannett

    Die Großeltern der Familie Bajwa.

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