Shoppingcenter-Wachstum hält noch an

15. Jänner 2015, 17:01
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Heuer 142.000 m² an neuen Flächen erwartet - Fachmärkte am Stadtrand übernehmen sukzessive die Nahversorgung

Die Wachstumsphase bei Shoppingcentern ist vorbei, heißt es oft, es gäbe kaum noch neue Projekte, weil die Versorgungsdichte bereits enorm sei. Beim Beratungsunternehmen Standort+Markt weiß man es aber besser: Geschäftsführer Hannes Lindner erwartet für heuer die Fertigstellung von insgesamt 142.000 m² an neuen Flächen in Einkaufs- und Fachmarktzentren.

Sieben neue Einkaufs- und Fachmarktzentren

75.000 m² davon kommen in völlig neuen Centern auf den Markt. Neben dem "Citygate" in Wien-Floridsdorf und der "Weberzeile" in Ried/Innkreis sind das "Danube Shopping Hainburg", der Retailpark Wiener Neudorf sowie die Fachmarktzentren "Pado" in Parndorf, Zams-Landeck und Ginzkeystraße (Salzburg).

Fast ebenso viele Quadratmeter, nämlich 67.000, entstehen durch Erweiterungen bestehender Center – unter anderem beim "Villaggio" in Parndorf, dem Traisenpark in St. Pölten und dem Fischapark in Wiener Neudorf. Dabei sollte es sich laut Standort+Markt-Geschäftsführer Hannes Lindner allerdings nun definitiv um so etwas wie ein "letztes Aufflackern" handeln, nach 2015 werde "die Wachstumsdynamik spürbar nachlassen", erklärte Lindner am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.

Textilketten suchen Mall-Flächen

Für Retailer dürften Shoppingmalls im heimischen Einzelhandel jedenfalls noch an Bedeutung zunehmen, insbesondere deshalb, weil sich große Textilketten – vor allem solche, die neu nach Österreich kommen – lieber in Malls als in Einkaufsstraßen ansiedeln. City-Lagen geraten deshalb unter Druck; und zwar nicht nur Nebenlagen, die ohnehin "erodieren" würden, sondern auch die von Standort+Markt untersuchten 22 attraktivsten Geschäftslagen in 18 österreichischen Städten (in Wien wurden fünf Gebiete in die Untersuchung aufgenommen). Die Leerstandsrate auf diesen 66 Geschäftsstraßenkilometern mit rund 8.800 Shops (kumulierte Verkaufsfläche: ca. 1,5 Millionen Quadratmeter) liegt mit 4,1 Prozent schon jetzt über jener der Shoppingcenter (3,6 Prozent).

Noch an Bedeutung zulegen werden hingegen sogenannte "Fachmarktagglomerationen", die sich am Stadtrand meist rund um Einrichtungshäuser und Lebensmitteldiskonter herum bilden. "In diesem Segment steigt die Nahversorgungskomponente – eine bedenkliche Entwicklung", so Lindner. Auch hier sollte aber die Wachstumsdynamik abflauen. (Martin Putschögl, derStandard.at, 15.1.2015)

  • Im August soll die Shopping Mall "Weberzeile" in Ried/Innkreis neue eröffnen.  Das SES-Projekt weist eine  verpachtbare Fläche von 22.000 Quadratmetern auf und soll rund 50 Shops, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe beherbergen.
    foto: ses/karin lohberger photography

    Im August soll die Shopping Mall "Weberzeile" in Ried/Innkreis neue eröffnen. Das SES-Projekt weist eine verpachtbare Fläche von 22.000 Quadratmetern auf und soll rund 50 Shops, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe beherbergen.

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