Belastung durch Tabakrauch nicht nur in der Gastronomie

15. Jänner 2015, 15:34
161 Postings

Liga für Kinder- und Jugendgesundheit: Junge Menschen auch in Auto oder Wohnzimmer ungeschützt

Wien - Nach der Regierungseinigung auf ein generelles Rauchverbot in Lokalen gibt es nun auch Rufe nach einer Ausweitung auf alle geschlossenen Räume. Diesen Wunsch äußerte am Donnerstag die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit in einer Aussendung. Kinder seien dem Tabakrauch auch in Autos oder Wohnzimmern schutzlos ausgesetzt, hielt die Organisation fest.

Während Erwachsene die Wahl haben, ob sie in der Raucher- oder Nichtraucherzone eines Lokals Platz nehmen, haben Kinder diese Wahl nicht, hieß es weiter. "Ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie ist für uns daher auch eine Frage des Kinderschutzes. Kinder brauchen eine Vertretung und eine Stimme, wenn es um ihre Gesundheit und ihre Interessen geht. Ihr Wohl muss ein vorrangiges politisches Anliegen sein. Eine rauchfreie Umgebung zumindest in geschlossenen Räumen sollte für ein gesundes Aufwachsen daher als Kinderrecht jedenfalls gewährleistet sein", sagte Kinderliga-Präsident Klaus Vavrik.

Hohe Feinstaubbelastung im Nichtraucherbereich

Hanns Moshammer vom Institut für Umwelthygiene der MedUni Wien, rief am Donnerstag im Gespräch mit der APA außerdem in Erinnerung, dass auch in abgetrennten Nichtraucherbereichen von Lokalen erhöhte Gesundheitsgefährdung besteht. Gibt es in einem Betrieb Raucher- und Nichtraucherräume, dann ist die Feinstaubbelastung im Nichtraucherbereich durchschnittlich sieben Mal höher als in reinen Nichtraucherlokalen, so der Experte zu einer von 2010 bis 2011 in 88 Wiener Lokalen durchgeführten Untersuchung.

Theoretisch ist eine gute Trennung möglich, aber nur mit hohem Aufwand, erläuterte Moshammer. In einigen Lokalen sind in Teilen der abgetrennten Nichtraucherbereiche fast die gleichen Feinstaub-Spitzenwerte wie im Raucherraum gemessen worden. Der Umweltmediziner hält das Modell mit abgetrennten Bereichen daher nicht für praktikabel. In Nichtraucherräumen war die Feinstaubbelastung laut der Studie im Durchschnitt sogar fünf bis zehn Mal höher als im Straßenverkehr. (APA, 15.1.2015)

  • Nach dem Rauchverbot in in Lokal wird jetzt auch eines für geschlossene Räume generell gefordert.
    foto: apa/jens kalaene

    Nach dem Rauchverbot in in Lokal wird jetzt auch eines für geschlossene Räume generell gefordert.

Share if you care.