Bank Austria erwartet Frühlingserwachen

15. Jänner 2015, 13:37
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Globale Nachfrage, schwacher Euro und billiges Öl stützen Konjunktur

Wien - Österreichs Wirtschaft dürfte auch im Schlussquartal 2014 nicht gewachsen sein. Die Wirtschaftsleistung war im vergangenen Jahr nur um 0,2 Prozent größer als 2013, schätzen die Volkswirte der Bank Austria. Im Frühjahr bestehe aber Aussicht auf ein "moderates Frühlingserwachen", meint Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Heuer soll die Wirtschaft um 0,7 Prozent wachsen, 2016 um 1,5 Prozent.

"Die Stimmung unter den heimischen Konsumenten sank im Dezember auf den Jahrestiefststand und von allen EU-Ländern hat sich einzig in Österreich die Verbraucherstimmung gegenüber 2013 verschlechtert", schreiben die BA-Volkswirte in ihrer aktuellen Konjunkturprognose. Auch die Sachgütererzeuger schätzen die Geschäftslage etwas schlechter ein als vor einem Monat, aber insgesamt war die Stimmung 2014 besser als im Jahr davor.

Im ersten Quartal dieses Jahres werde das Wirtschaftswachstum mit geschätzten 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zwar bescheiden bleiben, meint Bruckerbauer, aber ab dem Frühjahr sollten vor allem der schwächere Euro und das billigere Öl der österreichischen Wirtschaft zu mehr Schwung verhelfen.

Euro verliert an Wert

Der Euro habe seit Beginn des Herbsts 2014 gegenüber dem US-Dollar um rund 10 Prozent an Wert verloren. Das stütze die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Exportwirtschaft, wenn auch zwei Drittel des Außenhandels innerhalb der EU abgewickelt würden und von Wechselkursschwankungen unberührt blieben, heißt es in der Analyse. Der Ölpreis habe sich gemessen in Euro innerhalb weniger Monate halbiert, das bringe einen Kostenvorteil für die Produktionsbetriebe und einen Kaufkraftgewinn für die Konsumenten.

"Wir rechnen daher im Verlauf des Jahres mit einer Beschleunigung des Wirtschaftswachstums. Allein die Abschwächung des Euros wird das Wirtschaftswachstum in Österreich 2015 insgesamt um rund 0,3 Prozentpunkte heben und der Preisverfall des Erdöls wird zumindest 0,2 Prozentpunkte zusätzliches Wachstum ermöglichen", so Bruckbauer. Bis Ende 2015 werde sich das BIP-Wachstum auf bis zu 1,5 Prozent im Jahresabstand beschleunigen. Im Jahresdurchschnitt sei ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent zu erwarten, dass sich 2016 weiter auf 1,5 Prozent erhöhen sollte.

Für eine spürbare Entspannung auf dem Arbeitsmarkt werde die Konjunkturerholung aber zu schwach sein. "Für 2015 erwarten wir einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,1 Prozent bzw. gemäß der nationalen Berechnungsmethode auf 8,6 Prozent. Wir sind optimistisch, dass im Jahresverlauf 2015 eine Trendwende einsetzen wird, dazu muss sich jedoch der Anstieg des Arbeitskräftepotenzials verlangsamen und die Konjunktur tatsächlich spürbar an Schwung gewinnen", so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl.

Die Verbraucherpreise in Österreich sind im Vorjahr nach BA-Schätzung um 1,6 Prozent gestiegen bzw. auf harmonisierter Basis um 1,5 Prozent. Damit hat Österreich die höchste Inflation im Euroraum, wo die Teuerung 2014 nur 0,4 Prozent betrug. Heuer dürfte sich der Preisanstieg in Österreich mit 1,3 Prozent etwas verlangsamen. (APA, 15.1.2015)

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