Pariser Attentäter Coulibaly war vor Anschlag in Madrid

15. Jänner 2015, 14:58
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Prüfung, ob es eine Unterstützerzelle gab - Hollande verlangt von Muslimen Respekt

Madrid/Paris - Der Pariser Attentäter Amedy Coulibaly hat einem Zeitungsbericht zufolge den Jahreswechsel mit einer zweiten Person in Madrid verbracht. Coulibaly habe sich vom 30. Dezember bis zum 2. Jänner in der spanischen Hauptstadt aufgehalten, berichtete "La Vanguardia" am Donnerstag. Die zweite Person sei noch nicht identifiziert worden.

Bisher war bereits bekannt, dass Coulibalys gesuchte Lebensgefährtin Hayat Boumeddiene zuletzt in Spanien war. Laut türkischen Behörden hatte sie von Madrid aus einen Flug nach Istanbul genommen, wo sie am 2. Jänner eintraf. Am 8. Jänner überquerte sie dann die Grenze nach Syrien.

Laut dem Zeitungsbericht prüfen die französischen und spanischen Ermittler, ob Coulibaly in Madrid eine Unterstützerzelle hatte. Der 32-Jährige hatte in der vergangenen Woche in einem Vorort von Paris eine Polizistin erschossen, bevor er am Freitag in einem jüdischen Supermarkt der französischen Hauptstadt vier Geiseln tötete. Coulibaly, der sich in einem Video zur Jihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) bekannte, wurde nach fünfstündiger Geiselnahme beim Zugriff der Polizei erschossen.

Hollande fordert von Muslimen Respekt vor Freiheit

Frankreichs Präsident Francois Hollande hat von den Muslimen des Landes Respekt vor Freiheit und Demokratie eingefordert. So wie Frankreich Muslime schütze und achte, müssten diese auch das Land respektieren. Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel rief die Muslime in Deutschland nach den Terroranschlägen von Paris zur eindeutigen Abgrenzung vom Terror im Namen des Islam auf.

Frankreich sei ein Land mit Regeln, Prinzipien und Werten, erklärte Hollande am Donnerstag in Paris während eines Besuchs im Institut der Arabischen Welt. "Darunter gibt es Werte, die nicht verhandelbar sind und es auch nie sein werden, wie Freiheit und Demokratie", so Hollande. Der Islam sei durchaus mit der Demokratie vereinbar und das laizistische Frankreich sichere den Respekt für alle Religionen. Zugleich hob Hollande das Leiden vieler Muslime unter islamistischem Extremismus hervor: "Muslime sind die ersten Opfer von Fanatismus, Fundamentalismus und Intoleranz", betonte der Staatschef. (APA, 15.1.2015)

  • Die erste Ausgabe des Magazins von "Charie Hebdo" nach dem Anschlag wurde in einer Auflage von drei Millionen produziert.
    foto: reuters/francois lenoir

    Die erste Ausgabe des Magazins von "Charie Hebdo" nach dem Anschlag wurde in einer Auflage von drei Millionen produziert.

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