Project Ara: Fotos aus der modularen Smartphone-Zukunft

15. Jänner 2015, 11:08
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Neuer Prototyp vorgestellt - Testmarkt Puerto Rico wird im zweiten Halbjahr erschlossen

Klang die Ankündigung eines modularen Smartphones zur Schonung der Umwelt und mehr Flexibilität für den Endkunden Ende 2013 noch ein wenig wie Science-Fiction, steht die Vision von Phonebloks und Google mittlerweile nun kurz ihrer Realisierung. Im Rahmen einer Entwicklerkonferenz wurde nicht nur ein Entwicklerkit veröffentlicht, sondern auch ein neuer Prototyp von Project Ara gezeigt.

Freilich ist nicht die komplette Entwicklung in etwas mehr als einem Jahr erfolgt. Googles Abteilung für fortgeschrittene Technologien und Projekte (ATAP) beschäftigt sich bereits seit 2011 mit dem Konzept. Vier Jahre später demonstriert der aktuelle Prototyp, dass die Idee eines Telefons mit austauschbaren Komponenten sehr wohl umsetzbar ist.

foto: google

"Spiral 2" ist der Name des aktuellen Testgeräts. Wie schon seine Vorgänger besteht es aus einer Basiseinheit, dem "Skelett", auf dem die einzelnen Module des Smartphones auf Vorder- und Rückseite mit elektropermanenten Magneten befestigt werden. Austauschen, und damit in Zukunft upgraden, oder durch andere Funktionen ersetzen, soll sich fast alles lassen – vom Akku bis hin zu Display, Kamera, Anschlüssen und diversen Sensoren.

In einem neuen Teaservideo macht Google etwa eine Anspielung auf die potenzielle Implementation eines Nachtsicht-Moduls. Das weist auch darauf hin, dass Gedeih und Verderb von Ara stark davon abhängen, wie vielfältig das Bausteinsystem von Drittentwicklern ausgestaltet werden wird.

google atap

Das in Mountain View gezeigte Gerät brachte ein 720p-Display mit. Laut Google lassen sich alle Module im laufenden Betrieb tauschen. Das gilt auch für den Akku, wobei Spiral 2 momentan 30 Sekunden lang ohne Batterie durchhalten kann. Künftig sollen es ein bis zwei Minuten werden, damit dem Nutzer genug Zeit zum Tausch bleibt, schildert The Verge.

Auch äußerlich hat sich etwas getan: Die Umsetzung der Cover für die Module wurde auf einen neuen Prozess (Injection Molding) umgestellt, sodass Ara nunmehr viel mehr wie ein fertiges Produkt aussieht. Kunden sollen das Aussehen der Modulrückseiten künftig selber gestalten können. Erworben werden die Erweiterungen über einen eigenen Onlineshop.

foto: google

Der nächste Protoyp, "Spiral 3" ist bereits in Arbeit. Er soll unter anderem Unterstützung für 20 bis 30 verschiedene Module mitbringen und über 4G-kompatibel sein. Auch die Akkulaufzeit soll verbessert werden, denn momentan hält das Gerät noch keinen ganzen Tag durch.

Ein paar Monate hat Google noch, um an Finalisierung und Feinschliff zu arbeiten. Im Laufe des zweiten Halbjahrs soll das modulare Handy laut Plan erstmals käuflich erwerbbar werden. Der potenzielle Kundenkreis wird jedoch zuerst klein gehalten. Aufschlagen soll Ara zuerst im US-Außenterritorium Puerto Rico, das als Testmarkt dient. Auf der karibischen Inselgruppe leben rund 3,8 Millionen Menschen. (gpi, derStandard.at, 15.01.2015)

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