Mehlwurm-Krokant und Grillenburger vom Dreihaubenkoch

Ansichtssache16. Jänner 2015, 05:30
254 Postings

Für einen Verein, der Insekten als Lebensmittel etablieren will, hat Starkoch Harald Irka das kulinarische Potenzial von Heuschrecken, Fliegenlarven und Mehlwürmern ausgelotet. Fazit: Es gibt deutlich Schlimmeres

Um unseren Hunger auf Schnitzel, Steak und Chicken Wings zu stillen, werden alljährlich zig Milliarden Tiere durch die Mühlen der Fleischindustrie geschickt. Dazu kommt der rasant wachsende Appetit auf Fleisch in China und anderen Teilen Asiens – neben der ethischen Frage werden damit auch Kapazitätsprobleme virulent.

Der Verein Speiseplan und Christoph Thomann haben es sich zur Aufgabe gemacht, Insekten als Lebensmittel zu etablieren. In manchen Teilen der Welt sind sie das seit jeher, in der EU hat einzig Belgien bisher zehn Insektenarten als geeignet für den menschlichen Konsum zertifiziert.

Bild 1 von 8
foto: severin corti

Heuschrecken, Wachsraupen, Soldatenfliegen-Larven und anderes Krabbelgetier mehr steht anderswo schon längst routinemäßig auf dem Speiseplan. Die Zucht dieser Tiere ist ungleich nachhaltiger als jene von Säugetieren, ihre Präsenz auf unseren Tellern wirkt einstweilen aber noch gewöhnungsbedürftig. Das war auch der Grund dafür, einen Spitzenkoch mit ihnen experimentieren zu lassen.

Der steirische Dreihaubenkoch Harald Irka selbst ist durchaus überrascht, wie unaufgeregt sich Insekten in unseren Speiseplan integrieren lassen – in den Menüs der südoststeirischen Sazianistub'n wird man sie vorerst aber nicht finden: "Einstweilen habe ich noch keine entdeckt, die als geschmackliche Entdeckung gewertet werden können."

weiter ›
Share if you care.