6.500 demonstrieren in Köln gegen rechten Aufmarsch

14. Jänner 2015, 21:56
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Hooligans des Pegida-Ablegers Kögida marschieren durch die Stadt

Köln - Etwa 6.500 Menschen haben am Mittwoch in Köln gegen eine Kundgebung des ausländerfeindlichen Kögida-Bündnisses protestiert. Im Anschluss an den Aufzug von rund 150 Kögida-Demonstranten, darunter Hooligans und Mitglieder der rechten Partei Pro NRW, berichtete eine Polizeisprecherin am Abend von einem weitgehend friedlichen Verlauf. Es habe lediglich einige "kleine Handgreiflichkeiten" gegeben.

Kögida ("Köln gegen die Islamisierung des Abendlandes") war ursprünglich ein lokaler Ableger der Pegida-Bewegung. Deren Dresdner Leitung distanzierte sich allerdings jüngst von Kögida-Veranstaltungen und von Pro NRW. Bei einer ersten Kögida-Kundgebung am 5. Januar waren aus Protest gegen das islamfeindliche Bündnis die Beleuchtung des Kölner Doms und des Altstadtpanoramas am Rhein abgeschaltet worden. Am Mittwochabend verzichtete das Kölner Domkapitel auf ein solches Zeichen.

Marschverbot wieder aufgehoben

Stattdessen wurde jedoch über dem Nordportal der weltbekannten Kathedrale und in Sichtweite der am benachbarten Hauptbahnhof demonstrierenden Kögida-Anhänger ein großes Transparent angebracht. Die Aufschrift lautete: "Die Kirche verwirft jede Diskriminierung eines Menschen und jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse und Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht."

Dem Kögida-Aufzug war eine juristische Auseinandersetzung vorausgegangen. Der Kölner Polizeipräsident hatte zunächst den angemeldeten Marsch durch die Innenstadt verboten und zugleich den Kundgebungsort vom Bahnhofsvorplatz einige hundert Meter in Richtung Innenstadt verlegt. Das Kölner Verwaltungsgericht bestätigte das Verbot des Aufzugs, erlaubte jedoch die Kundgebung am ursprünglich geplanten Ort auf dem Bahnhofsvorplatz.

Kurz vor der Demonstration am Mittwoch hob dann das Oberverwaltungsgericht Münster das Marsch-Verbot für die Kögida-Aktivisten auf. Daraufhin wurden die Sympathisanten des islamfeindlichen Bündnisses von starken Polizeikräften auf einen wenige hundert Meter langen Demonstrationsweg durch die Innenstadt geleitet. Gegendemonstranten begleiteten den Aufzug mit "Haut ab"- und "Nazis raus"-Rufen. (APA, 14.1.2015)

  • Ein um das Abendland besorgter Kögida-Aktivist in Köln.
    foto: reuters/fassbender

    Ein um das Abendland besorgter Kögida-Aktivist in Köln.

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