Autobranche ruft wieder nach Schrottprämie

15. Jänner 2015, 07:03
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Zahl der Neuzulassungen rückläufig, Branche will Hilfe

Wien - Neuwagenkäufer werden immer älter. Auch in Österreich. Machte der Anteil der über 70-Jährigen vor sechs Jahren 12,9 Prozent aus, waren es im Vorjahr 16,2 Prozent. Der Anteil der 17- bis 39-Jährigen sank dagegen von 45,8 auf 40,1 Prozent. Damit erklärt sich vielleicht auch der Trend zu den Farben Grau und Schwarz, laut Statistik Austria 2014 die Lieblingsfarben der Autokäufer.

Dazu passt die Stimmung der heimischen Autobranche. Dieser machen geändertes Konsumverhalten und schlechte Stimmung unter den Konsumenten zu schaffen. Die Pkw-Neuzulassungen sind 2014 zum dritten Mal in Folge zurückgegangen. Ohne die Tageszulassungen durch den Autohandel belief sich im Vorjahr laut Statistik Austria der Rückgang von 5,5 Prozent. Ähnlich wie in Deutschland entfällt nur mehr rund ein Drittel der Autoneuzulassungen auf Privatpersonen. Hier gingen die Zahlen um zwölf Prozent zurück.

In der Autobranche macht man die Politik zumindest mitverantwortlich für den Abwärtstrend. Erhöhung der Normverbrauchsabgabe (NoVA), Diskussionen um Reform der Pendlerpauschale und stärkere steuerliche Belastung der Dienstwagen mit Privatnutzung würden den Autofahrern aufs Gemüt schlagen und den Konsumenten die Kauflust weiterhin verderben, sagt Burkhard Ernst, Sprecher des Fahrzeughandels und Vorstand von Mazda Rainer.

"Ökoprämie" gefordert

Ernst erwartet, dass heuer die magische Grenze von 300.000 Neuzulassungen unterschritten wird, und fordert wieder eine "Ökoprämie", also eine staatliche Förderung für die Verschrottung älterer Fahrzeuge. Zur Erinnerung: Am Höhepunkt der Krise 2009 brachen die Absatzzahlen dramatisch ein, Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner schuf - wie damals auch in anderen Ländern gang und gäbe - eine Schrottprämie. Für 30.000 Autos mit wenigstens 13 Jahren am Buckel gab es beim Eintausch gegen ein Neufahrzeug je 1500 Euro. 750 Euro zahlte der Händler, 750 Euro der Staat. Dieser investierte für die Aktion insgesamt 22,5 Millionen Euro. An eine Wiederholung ist allerdings nicht gedacht. "Es gibt derzeit keine Überlegungen, diese wieder einzuführen", heißt es aus dem Finanzministerium. (rebu, DER STANDARD, 15.1.2015)

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