Schließung von Kleinschulen: Absurder Schulföderalismus

Kommentar14. Jänner 2015, 17:52
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Wie viele Lehrer gebraucht werden, wird vorab zwischen Ländern und Unterrichtsministerium festgelegt

Der Föderalismus blockiert die Anpassung des Schulsystems an die Gegenwart. Das zeigt sich auch bei den Kleinschulen, von denen Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) gerne weniger hätte. Durch teils absurde Regelungen unterrichten in Regionen, wo es kaum noch Schüler gibt, Lehrer, die dringend in Ballungszentren gebraucht würden.

Eine dieser Regelungen: Der Bund zahlt in Österreich die Lehrer, kann aber kaum kontrollieren, wo sie eingesetzt werden. Wie viele Lehrer gebraucht werden, wird vorab zwischen Ländern und Unterrichtsministerium festgelegt. Wenn die Länder mehr Lehrer brauchen, streckt der Bund das Geld vor. Allerdings zahlen die Länder dann nicht die volle Summe zurück.

Auch durch die vielen Kleinschulen brauchen die Länder oft mehr Ressourcen, als zunächst berechnet wurden. Weil ja der Bund zahlt, sehen sich die Länder nicht gezwungen, die Kleinschulen zu schließen.

Natürlich kann es gute Gründe geben, Kleinschulen zu erhalten. Manche Gemeinden sind so abgelegen, dass den Schülern, vor allem wenn sie noch im Volksschulalter sind, der weite Weg nicht zugemutet werden kann. Es ist aber unverständlich, dass die Länge dieses zumutbaren Schulwegs in jedem Bundesland unterschiedlich ist. Die Kriterien für die Erhaltung von Kleinschulen sollten transparent und österreichweit gleich sein. (Lisa Kogelnik, DER STANDARD, 15.1.2015)

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