App-Rückgabe auf Apple-Art: Mit Einschränkungen

14. Jänner 2015, 17:07
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Apple setzt Maßnahmen, damit das neue Widerrufsrecht nicht missbraucht werden kann

Ende Dezember hatte Apple ein neues Widerrufsrecht für Download-Inhalte aus iTunes und App eingeführt. Das Unternehmen gewährt in der EU nun eine 14-tägige Rückgabemöglichkeit auf Apps, die versehentlich gekauft wurden. Allerdings hat Apple auch dafür Sorge getragen, dass es zu keinem Missbrauch kommen kann und schränkt das Rückgaberecht damit auch gleichzeitig ein.

Kein digitaler Hosenkauf

Wer etwa eine Hose kauft, die zu Hause dann doch nicht so gefällt oder passt, kann sie in vielen Geschäften innerhalb einen bestimmten Frist wieder zurückgeben. Gegen Bares, andere Waren oder einen Gutschein - je nach Richtlinien des Geschäfts. Im Online-Handel ist dieses Rückgaberecht rechtlich verpflichtend. Egal wie oft man einkauft und die Ware wieder zurückschickt, sofern sich diese in einwandfreiem Zustand befindet.

Einschränkung bei Apple

Bei der Rückgabe digitaler Inhalte funktioniert das anders. Wer etwa einen Film kauft und das Siegel der DVD aufbricht, kann diese auch nicht mehr zurückgeben. Ähnlich dürfte das bei Apple der Fall sein. iDownloadblog berichtet von Nutzern, die zahlreiche Apps heruntergeladen, ausprobiert haben und danach wieder zurückgeben wollten. Nach einiger Zeit seien sie vor dem Kauf explizit darauf hingewiesen worden, dass das Rückgaberecht erlischt, sobald sie die App laden.

Hinweis in Richtlinien

Tatsächlich weist Apple auch in den geänderten Bedingungen darauf hin: "Sie können eine Bestellung für digitale Inhalte nicht widerrufen, wenn die Lieferung mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung und Ihrer Kenntnisnahme, dass Sie dadurch Ihr Widerrufsrecht verlieren, begonnen hat."

Dennoch bleiben Unklarheiten. So geht aus den Geschäftsbedingungen nicht hervor, ab wann dieser Hinweis auftaucht. Es gibt keine klare Regelung wie oft man digitale Inhalte zurückgeben kann, wie hoch die Summe sein darf oder innerhalb welches Zeitraums wieviele Rückgaben gewährt werden, bis der Hinweis erscheint.

Keine Testversionen

Wer also gehofft hat, Apps ausprobieren und bei Nichtgefallen einfach wieder zurückgeben zu können, wird von der Apple-Lösung enttäuscht sein. Damit wird der Missbrauch zwar unterbunden. Die Forderung vieler Nutzer nach Testversionen bleiben aber weiterhin offen. So obliegt es den Entwicklern, ob sie kostenlose Light-Versionen zum Ausprobieren anbieten. (br, derStandard.at, 14.1.2015)

Update: Absatz zum Kauf im Geschäft für besseres Verständnis überarbeitet.

Link

iDownloadblog

Nachlese

Apple: Neues Rückgaberecht auf iTunes-Käufe

  • Wer Apps zu oft zurückgibt, muss beim nächsten Kauf explizit von seinem Recht zurücktreten, um den Download zu starten.
    foto: idownloadblog.com

    Wer Apps zu oft zurückgibt, muss beim nächsten Kauf explizit von seinem Recht zurücktreten, um den Download zu starten.

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