Prozess: Silk Road-Gründer beteuert Unschuld

14. Jänner 2015, 14:23
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Illegale Handelsplattform soll von anderen missbraucht worden sein

Zum Auftakt des Prozesses um die weltweite Drogenhandelsplattform Silk Road in einem US-Bundesgericht in New York hat sich der Hauptangeklagte für nicht schuldig erklärt. Der 30 Jahre alte Ross Ulbricht habe die eBay-ähnliche Seite zwar erfunden, bald aber an andere abgegeben, sagte sein Anwalt der "New York Times" zufolge zu Beginn des Verfahrens.

Missbrauch durch andere Nutzer

Ulbricht habe nur eine Handelsmöglichkeit "für alles außer ein paar verbotener Dinge" aufbauen wollen. Missbraucht hätten sie letztlich andere. Ulbricht war vor einem Jahr verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft wirft Ulbricht hingegen vor, unter dem Namen "Dread Pirate Roberts" bis zuletzt die Fäden hinter "Silk Road" (Seidenstraße) gezogen zu haben.

Er habe mit zehn bis zwölf Prozent von jedem Verkauf auf der Milliardenplattform kräftig profitiert. Sein Vermögen in der Internetwährung Bitcoin soll mehr als 50 Millionen Dollar (42,44 Mio. Euro) betragen haben, von denen die Strafverfolger einen großen Teil beschlagnahmten. Die Anklage wirft Ulbricht sogar vor, er habe die Ermordung von Gegenspielern veranlassen wollen. Sie räumte jedoch ein, dass keine Informationen über tatsächliche Morde vorliegen.

Sündenbock

Ulbricht bezeichnet sich hingegen als Sündenbock für die Bereicherung anderer. Der Fall begann unter großer Beachtung. Vor dem Gericht in Manhattan demonstrierten mehrere, teils vermummte Unterstützer Ulbrichts. Zudem dreht ein Filmemacher gerade eine Dokumentation über ihn. Nach dem Ende von Silk Road hatte es mehrere Nachfolger gegeben. Auch diese Silk Road 2.0 wurde vor einigen Monaten von Ermittlern in mehreren Ländern geschlossen.

Über die Silk Road wickelten auch mitteleuropäische Täter illegale Geschäfte ab. Mitte 2013 wurde beispielsweise ein deutscher Drogenhändler festgenommen, der seine Geschäfte über diese Plattform abwickelte, die ähnlich den bekannten Verkaufs- bzw. Auktionsdiensten Amazon und Ebay funktionierte. Möglich wurde die Festnahme vor allem durch Ermittlungen von Drogenfahndern aus Wien und Salzburg, die ein Jahr zuvor dessen wichtigste Subhändler aus dem Verkehr gezogen hatten. (APA, 14.1.2015)

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