Schweigen für "Charlie Hebdo" und Pressefreiheit

14. Jänner 2015, 13:55
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Kulturminister Ostermayer: "Menschenrechte und Pressefreiheit können nicht erschossen werden" - König-Abdullah-Zentrum "eigentlich sinnlos"

Wien – Eine Schweigeminute im Gedenken an die Opfer der Anschläge in Frankreich hielten am Mittwoch die Anwesenden im Wiener Presseclub Concordia ab, darunter Kulturminister Josef Ostermayer. "Menschenrechte und Pressefreiheit können nicht erschossen werden", sagte Ostermayer davor.

Abdullah-Zentrum "eigentlich sinnlos"

Ostermayer erinnerte auch an den saudi-arabischen Blogger Raif Badawi, der wegen Kritik am Islam zu 1000 öffentlichen Peitschenhieben verurteilt wurde – in 20 Wochen alle acht Tage, die 50 wurden vergangenen Freitag exekutiert. Für Ostermayer ist das Urteil, "die Antwort, dass das König-Abdullah-Zentrum eigentlich sinnlos ist." Das umstrittene Dialogzentrum wird noch bis Jahresmitte durch Saudi-Arabien finanziert. Danach steht die Schließung im Raum."Wir sind nicht Charlie", sagte der Karikaturist Gerhard Haderer entgegen die Parole, mit der in aller Welt Solidarität mit den Opfern bekundet wird. Die sozialen Verhältnisse in Paris könne man nicht mit hiesigen vergleichen, wiewohl sich Haderer wünschte, "dass wir alle mehr Charlie werden".

"Die Angriffe haben sich gegen uns gerichtet", sagte Andreas Koller ("Salzburger Nachrichten"). Werte wie Aufklärung und Pressefreiheit seien absolut und "nicht verhandelbar".

Die Anschläge seien "die schlimmste Attacke auf die Repräsentanten der Pressefreheit", sagte OSCE-Vertreterin Dunja Mijatovic. Sie war in Paris beim Protestmarsch und spürte die "Solidarität" und die Entschlossenheit "für die Freiheit zu kämpfen".

"Solidarität tut uns gut", sagte Laurence Monnot, Presseattaché der französischen Botschaft in Wien. Die Journalisten von "Charlie Hebdo" seien "Helden der Pressefreiheit" gewesen, weil sie trotz der ständigen Bedrohung weitermachten. Dass "endlich unterschieden wird zwischen Islam und Islamismus", begrüßte Rubina Möhring von Reporter ohne Grenzen. (prie, derStandard.at, 14.1.2015)

  • "Prressefreiheit kann man nicht erschießen", sagte Kulturminister Josef Ostermayer im Presseclub Concordia am Mittwoch.
    foto: apa / georg hochmuth

    "Prressefreiheit kann man nicht erschießen", sagte Kulturminister Josef Ostermayer im Presseclub Concordia am Mittwoch.

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