Drohung gegen französische Satirezeitung "Le Canard enchaîné"

14. Jänner 2015, 18:13
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"Ihr seid als Nächste dran" – Polizeischutz verstärkt - Drohungen gegen Kioskbesitzer

Paris - Nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" ist auch die französische Satirezeitung "Le Canard enchaîné" bedroht worden. "Ihr seid als Nächste dran", hieß es in einer Botschaft, die per E-Mail bei der Zeitung einging und von ihr am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Polizei verstärkte den Schutz für die Zeitung, die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Die Drohung war den Angaben zufolge bereits am 8. Jänner eingegangen, einen Tag nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" mit zwölf Toten. Die Journalisten würden "mit einem Beil" zerstückelt werden, hieß es in der Botschaft.

"Le Canard enchaîné" ist die größte Satirezeitung Frankreichs mit einer Auflage von fast einer halben Million Exemplaren wöchentlich. Das linksgerichtete Blatt ist auch für seinen politischen Enthüllungsjournalismus bekannt. "Charlie Hebdo" erscheint normalerweise mit einer Auflage von 60.000, von der am Mittwoch erschienenen ersten Ausgabe nach den Anschlägen sollten aber fünf Millionen Exemplare gedruckt werden.

Drohbriefe gegen Brüsseler Kioskbesitzer

Vier Kioskbesitzer in Brüssel sind mit Drohbriefen vor dem Verkauf der neuen Ausgabe des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" gewarnt worden. Wie die belgische Nachrichtenagentur Belga am Mittwoch berichtete, wurden die Schreiben im Stadtteil Jette gefunden. Der Autor der Briefe drohe mit Vergeltungsmaßnahmen.

Die Staatsanwaltschaft nehme die Drohung sehr ernst. Um an Spuren zu gelangen, würden alle technischen Mittel genutzt und Bilder von Überwachungskameras ausgewertet.

Die neue Ausgabe des Satiremagazins "Charlie Hebdo" ist in Belgien von Donnerstag an erhältlich. Der islamistische Terroranschlag auf die Redaktion in Paris vor einer Woche hatte zwölf Menschen das Leben gekostet. (APA, 14.1.2015)

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