Computerpanne: Zwischenfall auf der ISS war Fehlalarm

15. Jänner 2015, 10:28
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Amerikanisches Modul war wegen eines möglichen Ammoniak-Austritts evakuiert worden

Moskau/Washington - Nach dem Alarm an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) konnten die beiden US-Astronauten Barry Wilmore und Terry Virts sowie ihre italienische Kollegin Samantha Cristoforetti am Mittwoch gegen 21 Uhr MEZ wieder in das US-Segment der ISS zurückkehren, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte. Sie konnten mittlerweile ihre Arbeit wieder aufnehmen. Das Segment war Mittwochfrüh nach einem Alarm evakuiert worden.

Entwarnung: Computerpanne

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos berichtete von einem Leck im Kühlsystem, durch das sich hochgiftiges Ammoniak ausgebreitet haben könnte. Nach Untersuchungen durch die Astronauten gab es aber Entwarnung: Offenbar handelte es sich um einen Fehlalarm, ausgelöst durch eine Computerpanne.

Entgegen erster Befürchtungen sei kein giftiges Ammoniak ausgetreten, sagte Maxim Matjuschin vom Flugleitzentrum bei Moskau am Donnerstag der Agentur Interfax. Ammoniak befindet sich im Kühlkreislauf des US-Segments und leitet Wärme aus der ISS in den Weltraum. Wegen des Alarms wurde das Kühlsystem vorübergehend abgeschaltet.

Nach Angaben von Roskosmos vom Mittwoch war das Alarmsystem um 9.44 Uhr MEZ aktiviert worden. Der US-Sektor der Raumstation sei daraufhin evakuiert und abgeriegelt worden, alle Besatzungsmitglieder fanden vorübergehend Zuflucht im russischen Teil.

Vollbesetzung

Derzeit halten sich sechs Personen an Bord der ISS auf, darunter zwei Frauen: Die NASA-Astronauten Wilmore und Virts, ESA-Astronautin Cristoforetti sowie die russischen Kosmonauten Anton Schkaplerow, Alexander Samokutjajew und Jelena Serowa.

Eingesetzt wird Ammoniak unter anderem zur Kühlung des Stromkreislaufs auf der Raumstation. Ein Ammoniakaustritt gilt neben einem Brand als größte Gefahr für die Menschen an Bord: Die aus Stickstoff und Wasserstoff bestehende Verbindung wirkt stark ätzend auf Lunge, Haut und Augen. Beim Einatmen hoher Konzentrationen besteht Lebensgefahr. (APA, red, 15.1.2015)

  • Derzeit halten sich sechs Menschen an Bord der ISS auf, vorübergehend befanden sich alle davon im russischen Teil der Raumstation.
    foto: apa/epa/nasa tv

    Derzeit halten sich sechs Menschen an Bord der ISS auf, vorübergehend befanden sich alle davon im russischen Teil der Raumstation.

  • Die aktuelle Crew von links: Terry Virts, Anton Schkaplerow, Samantha Cristoforetti, Barry Wilmore, Alexander Samokutjajew und Jelena Serowa.
    foto: apa/epa/yuri kochetkov und maxim shipenkov

    Die aktuelle Crew von links: Terry Virts, Anton Schkaplerow, Samantha Cristoforetti, Barry Wilmore, Alexander Samokutjajew und Jelena Serowa.

  • Samantha  Cristoforetti unter der Schutzmaske: Ein Bild vom Dezember - für Ernstfälle wird an Bord regelmäßig trainiert.
    foto: ap/nasa

    Samantha Cristoforetti unter der Schutzmaske: Ein Bild vom Dezember - für Ernstfälle wird an Bord regelmäßig trainiert.

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