"Conflict Kitchen": Imbissstand serviert nur Speisen aus US-Konfliktländern

14. Jänner 2015, 11:07
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Idee von Künstlerduo Jon Rubin und Dawn Weleski: Essen aus Ländern, mit denen die USA im Konflikt sind

Pittsburgh – Der Stand heißt "Conflict Kitchen", also Konfliktküche. Der Name ist Programm, denn bei dem Imbiss gibt es nur Gerichte aus Ländern, mit denen die USA im Konflikt sind. Schwerpunkte legte der Stand im Universitätsviertel von Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania bisher auf Venezuela, Kuba, den Iran, Nordkorea, Afghanistan und derzeit Palästina.

Für jeweils drei bis fünf Monate steht eine Landesküche im Mittelpunkt. Das levantinische Menü aus Hummus, Musakhan (Pitabrot mit Huhn, Pinienkernen und Zwiebeln) und in Sirup getränktem Joghurtkuchen, dazu Minz-Limonade, kostet etwa 17 Dollar, rund 14 Euro.

foto: ap photo/keith srakocic

Die Küchengründer, die Künstler Jon Rubin und Dawn Weleski, kümmern sich aber nicht nur um das leibliche Wohl ihrer Kunden. Für jedes Land konzipieren sie ein Programm mit Veranstaltungen, Diskussionsrunden und Lesungen zu dem Konflikt. Außerdem gestalten sie den Stand jeweils um und veröffentlichen Informationszettel zum Thema. Dafür reisen sie im Vorhinein in die jeweiligen Länder und sprechen mit Experten.

"Wir wollten eine Lücke in Pittsburgh schließen", sagt Rubin. "Also haben wir darüber nachgedacht, was wir servieren könnten und wie wir Gespräche in Gang bringen könnten, die es bisher noch nicht gab. Dann haben wir gemerkt, dass es in dieser Stadt noch nie ein persisches, afghanisches oder venezolanisches Restaurant gab, und das, obwohl Menschen aus diesen Ländern hier leben. Wir wollen die Menschen in Pittsburgh anregen, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen."

Viele private Geldgeber für das Projekt und auch die von Anfang an zahlreichen Kunden zeigten sich begeistert, aber gerade für die palästinensische Ausgabe gab es auch viel Kritik und sogar Morddrohungen für die beiden Gründer. Während die Drohungen untersucht wurden, musste der Imbiss im Herbst eine Zeitlang schließen. Die israelische Seite sei nicht ausreichend repräsentiert, kritisierten Vertreter jüdischer Organisationen in Pittsburgh. Aber der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sei auch nicht in erster Linie Thema des aktuellen Projekts, rechtfertigte sich Weleski. (APA, 14.1.2015)

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